Im Edelrestaurant vom Nachbarteller naschen? Sternekoch Witzigmann: "Muss man sogar!"

Von Sabine Dobel

München - Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann (79) sieht keinen Bruch der Etikette, wenn Gäste im Sterne-Restaurant ihre Gerichte teilen oder beim Anderen probieren wollen.

Sternekoch Eckart Witzigmann (79) gilt als einer der weltweit besten Köche.
Sternekoch Eckart Witzigmann (79) gilt als einer der weltweit besten Köche.  © Sven Hoppe/dpa

"Man muss sogar probieren! Restaurants sind doch keine Kathedralen, die den Genuß verbieten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Witzigmann fügte hinzu: "Gutes Servicepersonal wird ihnen sofort Teller und Besteck bringen, wenn es mitbekommt, dass sie von einem anderen Teller naschen wollen. Und genauso ist es heute gang und gäbe, Gerichte bereits zu teilen und für zwei zu servieren."

Am 24. Juni erscheint sein zweibändiges Werk "Was bleibt", eine Lebens- und Werkschau mit Erfahrungen und vielen Rezepten - von Witzigmann selbst und neu interpretiert durch seine Schüler.

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Eckart Witzigmann, geboren am 4. Juli 1941 im österreichischen Hohenems und aufgewachsen in Bad Gastein, gilt als einer der weltweit besten Köche.

Als Küchenchef im Münchner Restaurant "Tantris" verhalf er in den 1970er Jahren der Nouvelle Cuisine in Deutschland zum Durchbruch und entwickelte sie weiter.

1979 wurde er im "Guide Michelin" mit drei Sternen ausgezeichnet - als erster deutschsprachiger Koch.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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