Star-Geigerin Mutter schämt sich für München: "Finsteres Mittelalter"

München - In der Debatte um ein neues Konzerthaus für München hat Stargeigerin Anne-Sophie Mutter (56) scharfe Kritik an der Kulturpolitik in der Landeshauptstadt und im Freistaat geäußert.

Musikerin Anne-Sophie Mutter (56).
Musikerin Anne-Sophie Mutter (56).  © Jörg Carstensen/dpa

Sie habe sich schon geschämt für die Möglichkeiten in München, sagte Mutter der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). 

Komponist John Williams habe ihr Anfang des Jahres gesagt, er wolle gerne mal in ihre Heimatstadt nach München kommen. "Und ich hab ihm geantwortet: 'Nein, John, ich glaube, da bekommst du den falschen Eindruck von unserer Umgangsweise mit Musik und Raum. Bitte lass uns nach Berlin gehen oder nach Hamburg'", sagte sie weiter. 

"Wir befinden uns in dem Punkt hier in München immer noch im finsteren Mittelalter."

Mutter zog einen Vergleich zur Kunst: "Es muss ein adäquater Rahmen geschaffen werden, in dem die Musik in all ihrer jahrzehntelang erträumten, antrainierten, ausgefeilten Interpretation und technischen Kunst erlebbar wird. In Vollendung. Man hängt ja einen van Gogh auch nicht irgendwo hin, und dann scheint da 'ne Lampe, und alles ist okay." 

Sie habe nie wirklich den Eindruck gehabt, dass die Politik in Bayern wirklich je hinter dem Projekt Konzerthaus gestanden habe. "Und das übrigens über alle Parteien hinweg."

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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