Hochgefährliches Experiment? Bayern über Lockerungen in Thüringen "entsetzt"

München - Mit scharfer Kritik hat Bayerns Staatsregierung auf die Pläne Thüringens zur Aufhebung der dortigen Corona-Beschränkungen reagiert.

Angesichts der Ankündigungen von Bodo Ramelow (64, Die Linke, l) zeigt sich der Leiter der Staatskanzlei in Bayern, Florian Herrmann (48, CSU), entsetzt.
Angesichts der Ankündigungen von Bodo Ramelow (64, Die Linke, l) zeigt sich der Leiter der Staatskanzlei in Bayern, Florian Herrmann (48, CSU), entsetzt.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa, Peter Kneffel/dpa

"Die bayerische Staatsregierung ist entsetzt, dass elementare Schutzmaßnahmen nun aufgegeben werden sollen", sagte Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Was Thüringen plane, sei ein hochgefährliches Experiment für alle Menschen im Lande.

Die Aufhebung aller Schutzmaßnahmen komme zu früh und sei der aktuellen Situation nicht angemessen. 

"Damit wird Thüringen zu einem Gefahrenherd für wieder steigende Infektionszahlen in ganz Deutschland", sagte Herrmann. 

Für Bayern sei dies besonders problematisch, da Thüringen ein Nachbarland ist und dessen "Corona-Hotspot Sonneberg" direkt an Bayern grenze.

"Wir müssen uns nun überlegen, wie wir als Nachbar damit umgehen", sagte Herrmann. 

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten (TAG24 berichtete). 

Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten.

Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa, Peter Kneffel/dpa

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