Gefahr im Untergrund: Warum konnte in München eine Fliegerbombe explodieren?

München - Nach der Explosion einer Fliegerbombe auf einer Baustelle der Deutschen Bahn in München rückt nun die Suche nach den Ursachen des Unglücks in den Mittelpunkt.

Staub und Rauch steigen kurz nach der Explosion einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Mittwoch in der Nähe der Donnersbergerbrücke auf.
Staub und Rauch steigen kurz nach der Explosion einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg am Mittwoch in der Nähe der Donnersbergerbrücke auf.  © privat/DPA

"Selbstverständlich unterstützen wir die laufenden Ermittlungen und arbeiten eng mit den Behörden zusammen", sagte eine Bahn-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur in München.

Vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen könne man keine weiteren Angaben machen. Grundsätzlich lege die Bahn bei Bauarbeiten aber höchste Sicherheitsstandards an.

Bei dem Unglück waren am Mittwoch vier Bauarbeiter verletzt worden, einer von ihnen sogar lebensgefährlich. Sein Zustand war jedoch nach einer mehrstündigen Operation stabil.

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"Wir bedauern zutiefst, dass es zu diesem Unfall gekommen ist. Wir wünschen den Verletzten baldige Genesung", sagte die Sprecherin.

Interesse an einer Aufklärung hat auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (65, CSU). Normalerweise werde auf solchen Baustellen vorab immer intensiv sondiert, wo noch Blindgänger versteckt liegen könnten, hatte er mittags bei einem Besuch am Unglücksort gesagt. Er gehe davon aus, dass das auch auf dieser Baustelle geschehen sei.

"Da muss jetzt ermittelt werden: Warum hat man diese Bombe vorher nicht erkannt?"

Verzögern die Ermittlungen das Mammutprojekt zweite Stammstrecke?

Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (65, CSU) werden Baustellen normalerweise vorab intensiv sondiert.
Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (65, CSU) werden Baustellen normalerweise vorab intensiv sondiert.  © Sven Hoppe/dpa

Die Detonation ereignete sich auf einer Baustelle für die zweite Stammstrecke - ein Mammutprojekt, das den extrem dichten Verkehr entlang der bisherigen Trasse entzerren soll.

Die bisherige Stammstrecke gilt als Nadelöhr. Sie führt vom Ostbahnhof in einem Tunnel durch die Innenstadt bis in den Münchner Westen und gilt mit rund 1000 Zügen täglich als eine der am meisten befahrenen Bahnstrecken Europas.

Nun wird auf der Baustelle, wo das Unglück geschah, also erst mal nach den Ursachen geforscht. Wie geht es weiter? Verzögert sich nun das ganze Projekt? Das weiß man auch bei der Bahn noch nicht.

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Aktuell könne man noch keine Aussage dazu treffen, wie sich der Vorfall auf den weiteren Verlauf der Baumaßnahmen auswirken werde, heißt es.

Titelfoto: privat/DPA

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