Demo auf Münchner Theresienwiese: Polizei muss Menschen wegtragen

München - Weit mehr als die erlaubten 1000 Menschen sind am Samstagnachmittag zur Münchner Theresienwiese gekommen, um gegen die Auflagen der Politik in der Corona-Krise zu demonstrieren. 

Eine Demonstrantin trägt ein Schild mit der Aufschrift "Freiheit bedeutet sich zu widersetzen! gegen ......" und kommt damit auf die Theresienwiese.
Eine Demonstrantin trägt ein Schild mit der Aufschrift "Freiheit bedeutet sich zu widersetzen! gegen ......" und kommt damit auf die Theresienwiese.  © Felix Hörhager/dpa

Nachdem das abgesperrte Gelände gefüllt war, schickte die Polizei die Wartenden von der Theresienwiese. Hunderte säumten daraufhin die Bürgersteige entlang der Fläche, auf der sonst im Herbst das Oktoberfest gefeiert wird.

Durchsagen der Polizei, das Gelände um den abgesperrten Bereich zu verlassen, quittierten die Demonstranten mit Buhrufen. Die Veranstalter riefen dazu auf, friedlich zu bleiben und Abstände einzuhalten. Kommende Woche wollten sie mit 10.000 Teilnehmern demonstrieren.

Das war auch für Samstag angemeldet. Doch um vor allem Abstandsregeln einzuhalten, hatten die Behörden nur ein Zehntel an Demonstranten erlaubt.

Manche der Teilnehmer trugen Transparente mit Slogans wie "Freiheit statt Zwang", andere Masken mit der Aufschrift "mundtot". "Was die Politiker hier anordnen, ist reine Willkür", sagte eine der Rednerinnen. "Und wer aufmuckt, wird plattgemacht." Sie stellte unter anderem infrage, warum sich Politiker plötzlich für die Alten interessierten, die sonst kein Gehör fänden.

Die Polizei war wie angekündigt mit einem Großaufgebot vor Ort - zu Fuß und auf Pferden. Der Sprecher des Münchener Präsidiums, Marcus da Gloria Martins, sagte kurz vor Beginn, dass die Teilnehmer sehr unterschiedliche Absichten verfolgten. Der Staatsschutz habe beispielsweise einen Blick darauf, ob auch Menschen mit rechtsextremen Bestrebungen anwesend seien.

Polizisten stehen mit ihrer Schutzausrüstung an der Theresienwiese. Sperrgitter teilen die Wiese auf.
Polizisten stehen mit ihrer Schutzausrüstung an der Theresienwiese. Sperrgitter teilen die Wiese auf.  © Felix Hörhager/dpa

Vor den Absperrungen standen auch Kritiker der Demo - vor allem von Verschwörungstheoretikern - unter anderem mit selbstgebastelten Kopfbedeckungen aus Alufolie und Plakaten mit Aufschriften wie "Euer Ernst?" 

Bayernweit wollen am Wochenende Kritiker der coronavirusbedingten Auflagen bei rund 70 Demonstrationen in mehreren Städten ihren Unmut kundtun.

Update 15.50 Uhr: Polizei trägt Menschen jenseits des Demogeländes in München weg

Die Polizei in München hat begonnen, Demonstranten jenseits des für eine Kundgebung gegen Corona-Auflagen erlaubten Geländes am Rande der Theresienwiese wegzutragen. 

Viele Menschen standen eng zusammen, hielten sich also nicht an den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern, und trugen keinen Mund- und Nasenschutz. Es blieb zunächst aber friedlich.

Weit mehr als die erlaubten 1000 Menschen waren am Samstagnachmittag zur Theresienwiese gekommen, um gegen die Auflagen der Politik in der Corona-Krise zu demonstrieren. Nachdem das abgesperrte Gelände gefüllt war, schickte die Polizei die Wartenden von der Theresienwiese. 

Hunderte säumten daraufhin die Bürgersteige entlang der Fläche, auf der sonst im Herbst das Oktoberfest gefeiert wird.

Update 21 Uhr: Polizei München mit Verlauf von Demo gegen Corona-Auflagen zufrieden

Bei einer Demonstration auf der Münchner Theresienwiese gegen die Corona-Politik hat es nach Polizeieinschätzung keine gravierenden Verstöße gegen die Vorgaben gegeben. Etwa 1000 Menschen hätten am Samstag friedlich auf dem abgesperrten Gelände protestiert, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

Lediglich neben dem Areal, wo sich gut 2500 Menschen versammelt hatten, sei gegen Vorschriften etwa zum Mindestabstand verstoßen worden. "Es gab keinen Fall, wo wir körperliche Gewalt anwenden mussten", sagte der Sprecher. Allerdings seien mehr als 20 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz aufgenommen worden. Einige Menschen seien in Gewahrsam gekommen, von mehr als 200 seien die Personalien genommen worden.

Die Demonstranten ordnete die Polizei überwiegend dem bürgerlichen Spektrum zu. Es seien aber auch Kleingruppen von Links- und Rechtsextremen gesehen worden.

Einige Menschen, die außerhalb des Demogeländes standen, versuchten laut Polizei, die Demonstranten auf der Theresienwiese anzustacheln - zumeist ohne Erfolg. Überwiegend sei der Nachmittag friedlich verlaufen.

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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