Regenbogen-Absage: Entsetzter LSVD ruft FC Bayern zum Protest gegen UEFA auf

München - Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Bayern fordert die Betreiber der Münchner Fußball-Arena und den Besitzer FC Bayern auf, das Stadion am Mittwoch trotz einer Ablehnung der UEFA in den Regenbogenfarben zu beleuchten.

Nach der Absage der UEFA kündigte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Protestaktionen vor der Münchner Arena an. (Symbolbild)
Nach der Absage der UEFA kündigte der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Protestaktionen vor der Münchner Arena an. (Symbolbild)  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

"Hier muss ein Zeichen gesetzt werden", sagte Markus Apel, der Vorstand des LSVD Bayern, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Europäische Fußball-Union hatte zuvor einen Appell des Münchner Stadtrats und von Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) abgelehnt, das Stadion zum dritten Gruppenspiel von Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch (21Uhr) bunt zu erleuchten.

"Ich wünsche, dass sich die Betreiber des Stadions und auch der FC Bayern diesem Beschluss der UEFA widersetzen, in welcher Form auch immer", sagte Apel. Er kündigte Protestaktionen vor der Arena an.

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Das Verhalten der UEFA findet er "befremdlich". Der Verband hatte die Ablehnung damit begründet, dass politische Signale nicht erwünscht seien.

Hintergrund sind internationale Proteste gegen Ungarn, wo das Parlament jüngst ein von Regierungschef Viktor Orban (58) gewolltes Gesetz billigte, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.

"Die UEFA zeigt sehr klar, auf welcher Seite sie steht", meinte Apel.

"Sie steht nicht auf der Seite jener, die sich für eine vielfältige und faire Gesellschaft einsetzen, sondern auf der Seite derjenigen, die Vielfalt einengen und Menschen ihre Rechte aberkennen wollen."

Bayern-Präsident Hainer: Hätten Arena in Regenbogenfarben begrüßt

Der FC Bayern bedauert, dass das Münchner EM-Stadion nicht in Regenbogenfarben erleuchtet werden darf.

"Wir hätten uns gefreut, wenn die Allianz Arena am Mittwoch in den Regenbogenfarben hätte strahlen können. Weltoffenheit und Toleranz sind grundsätzliche Werte, für die unsere Gesellschaft steht und für die der FC Bayern steht", sagte Herbert Hainer, Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters, am Dienstag.

"Deshalb beleuchtet der FC Bayern seit einigen Jahren sein Stadion beispielsweise am Christopher Street Day in den Farben der Vielfalt", führte der 66-Jährige aus.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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