Kein Abschluss? Kein Problem! Kleiner Fehler kommt einen "Anwalt" richtig teuer zu stehen

München - Es ist eine geradezu unfassbare Geschichte, die allerdings nicht erfunden ist: Sein Jurastudium hat ein Mann nach sechs Semestern abgebrochen - als Anwalt hat er im Freistaat Bayern aber trotzdem jahrelang gearbeitet.

Sein Jurastudium hat ein Mann nach sechs Semestern abgebrochen - als Anwalt hat er in Bayern aber trotzdem jahrelang gearbeitet. (Symbolbild)
Sein Jurastudium hat ein Mann nach sechs Semestern abgebrochen - als Anwalt hat er in Bayern aber trotzdem jahrelang gearbeitet. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Dafür wurde der 35-Jährige aus dem Landkreis Freising Ende November wegen Betrugs und Urkundenfälschung entsprechend verurteilt.

Der Mann habe sich in einem Münchner Notariat, in dem er ausgebildet wurde, gefälschte Zeugnisse mit Bestnoten ausgestellt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts München am Freitag.

Damit habe er eine Zulassung bekommen und in der Folge drei Jahre in Kanzleien und einem Versicherungsunternehmen gearbeitet, hieß es.

Als sich eine Kanzlei nach seinen Zeugnissen erkundigte, flog die Hochstaplerei auf: Eines war auf einen Feiertag datiert.

Zu seinem Motiv sagte er laut Gericht: "Das Geld war es nicht (...). Es war die Unfassbarkeit, dass ich trotz meiner fehlenden juristischen Ausbildung so gut vorankam."

Wegen versuchten Betrugs in einigen Fällen und Urkundenfälschung wurde er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Er muss darüber hinaus zudem auch etwa 326.000 Euro Entschädigung zahlen.

Er hat Berufung angekündigt. Im Prozess war berücksichtigt worden, dass er kooperativ war und psychisch erkrankt ist. Mittlerweile macht er eine Ausbildung zum Handwerker.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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