Markus Söder als Bundeskanzler? "Mein Platz ist immer in Bayern"

München - In der während der Coronavirus-Krise geführten Debatte über die Kanzlerkandidatur der Union in Deutschland hat CSU-Chef Markus Söder (53) abermals auf seine Rolle als bayerischer Ministerpräsident verwiesen.

Markus Söder (53, CSU) ist Bayerns Ministerpräsident.
Markus Söder (53, CSU) ist Bayerns Ministerpräsident.  © Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

"Mein Platz ist immer in Bayern", sagte er am Montagvormittag vor einer Videokonferenz des Parteivorstands in der Landeshauptstadt München. "Ich führe die Debatte ja nicht, es wird ja ständig über mich geredet, und zwar von allen." 

Auf wiederholte Nachfragen, ob er eine eigene Kanzlerkandidatur kategorisch ausschließe, ging der CSU-Vorsitzende nicht direkt ein, sondern wiederholte nur, sein Platz sei in Bayern.

Söder widersprach zudem dem Eindruck, er habe mit seinem Interview am Wochenende eine Vorauswahl unter den zur Diskussion stehenden Bewerbern um den CDU-Vorsitz treffen wollen. 

"Ich glaube, es ist nicht die Zeit, über Kandidaturen einzelner zu reden", sagte er hierzu. 

Sein Beitrag sei vielmehr als Lob für Kanzlerin Angela Merkel (65, CDU) zu verstehen, die sich in der Corona-Krise erneut bewiesen habe, "wie in so vielen Krisen zuvor". Oberste Aufgabe sei es jetzt, sich um das Wohl der Menschen entsprechend zu kümmern und nicht um die Karrieren einzelner.

CDU-Bewerber sind "Topkandidaten"

Söder hatte im "Tagesspiegel" deutlich gemacht, der künftige Unions-Kanzlerkandidat müsse sich in der Coronavirus-Krise bewiesen haben. Wer dabei versage, habe "keinen moralischen Führungsanspruch", sagte er. "Nur wer Krisen meistert, wer die Pflicht kann, der kann auch bei der Kür glänzen." 

Neben NRW-Regierungschef Armin Laschet (59) bewerben sich der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz (64) und der Außenpolitiker Norbert Röttgen (55) um den CDU-Vorsitz. Laschet hat anders als Söder in der Corona-Krise einen Lockerungskurs gefahren und ist angesichts der Infektionsausbrüche in seinem Land teilweise in die Kritik geraten. 

Söder betonte nun, alle CDU-Bewerber seien "Topkandidaten", ausdrücklich lobte er auch Laschets Krisenmanagement, welches "sehr stabil und stringent" sei. 

Mit Blick auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ergänzte Söder: "Ich bin kein Karriereberater einzelner großer Persönlichkeiten in der CDU." Es sei bekannt, dass er Spahn schätze und eine große Meinung von ihm habe. "Er gehört sicher zu den großen Hoffnungsträgern, die die CDU hat. Aber die CDU hat viele Hoffnungsträger."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa-pool/dpa

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