"Mohr" im Wappen: Diskurs um umstrittene Darstellung in Bayern

München - Der Bayerische Landtag appelliert an die Kommunen, eine offene Debatte um die umstrittenen Darstellung von "Mohren" in Wappen zu führen.

Der "Coburger Mohr" ziert ein gußeisernes Wappen. Die Darstellung soll an den Heiligen Mauritius erinnern und ist seit 1354 das Symbol der Stadt.
Der "Coburger Mohr" ziert ein gußeisernes Wappen. Die Darstellung soll an den Heiligen Mauritius erinnern und ist seit 1354 das Symbol der Stadt.  © Daniel Karmann/dpa

"Offener Diskurs kann durchaus auch ergebnisoffen sein", sagte der Vorsitzende des Innenausschusses im Landtag, Martin Runge (Grüne), am Mittwoch.

Eine Petition wollte erreichen, dass der Innenausschuss solche Darstellungen verbietet. Doch nur die Kommunen selbst können ihr Wappen ändern.

Das Problem sei die stereotype Darstellung, erklärte Katharina Schulze, die für die Grünen im Ausschuss sitzt.

"Afrikaner werden mit dicken Lippen und großen Ohrringen dargestellt, und es ist auch immer eine Fremdzuschreibung, weil schwarze Menschen sich nicht selbst mit dem M-Wort bezeichnen würden."

Doch der Bayerische Landtag könne dagegen nichts tun.

"In vielen Wappen wird ein Mensch dunkler Hautfarbe abgebildet unter Bezugnahme auf den Heiligen Mauritius. Und dieser Mauritius ist seit zwölf-, dreizehnhundert in fränkischen Wappen", sagte der Landtagsabgeordnete Manfred Ländner (CSU).

Der geschichtliche Kontext dürfe nicht vergessen werden, die Darstellung sei nicht per se rassistisch.

Der Innenausschuss erklärte die Petition am Ende einstimmig für erledigt. Das Protokoll und die Stellungnahmen zur Debatte sollen nun auch an die in der Petition namentlich erwähnte Stadt Coburg sowie die Landkreise Freising und Garmisch-Partenkirchen geschickt werden.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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