Arzt warnt vor zu starken Lockerungen: "Positiver Trend der vergangenen Wochen setzt sich nicht mehr fort"

München - Der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer (64), hat vor zu starken Lockerungen von Lockdown und Kontaktbeschränkungen gewarnt.

Gerald Quitterer (64), Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, warnt vor zu frühen Lockerungen.
Gerald Quitterer (64), Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, warnt vor zu frühen Lockerungen.  © Guido Kirchner/dpa

Dies könne leicht wieder zu einem erheblichen Anstieg der Corona-Neuinfektionen führen und die Erfolge der vergangenen Monate zunichtemachen, schrieb Quitterer in der März-Ausgabe des Bayerischen Ärzteblatts.

Zugleich rief er dazu auf, die Impfstoffe nicht schlecht zu reden. Es gehe darum, mit allen zugelassenen Impfstoffen schwere Krankheitsverläufe zu verhindern beziehungsweise eine Covid-19-Erkrankung zu vermeiden.

Die Impfung gebe Anlass zur Hoffnung auf eine Normalisierung des Lebens in der zweiten Jahreshälfte.

"Der positive Trend der vergangenen Wochen setzt sich Ende Februar offenbar nicht mehr fort. Doch dank der verschiedenen zugelassenen Corona-Impfstoffe verfügen wir nun über die Mittel, Sars-CoV-2 mittelfristig in Schach zu halten", so der Ärztepräsident.

Allerdings dürften die Kehrseiten der Einschränkungen - etwa fehlende Sozialkontakte, Stress und vermeintliche Bewältigungsstrategien - nicht aus dem Blick geraten. Vermehrter Alkoholkonsum könne eine Gefahr bergen. Zudem seien ein Anstieg von Tabakkonsum, von Übergewicht sowie von psychischen Auffälligkeiten zu beobachten.

Quitterer plädierte auch für eine Überarbeitung der Impfpriorisierung. Es könne nicht gewartet werden, bis alle Berechtigten einer Gruppe geimpft seien, ehe mit der nächsten begonnen werde. Dabei müsse die Ärzteschaft Teil der ersten Gruppe sein.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0