Beherbergungsverbot in Bayern: Das kommt auf Reisende zu

München - Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband sieht das von Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) angekündigte Beherbergungsverbot für Gäste aus deutschen Corona-Risikogebieten kritisch.

Mehrere Zimmerschlüssel hängen in einem Hotel an einem Brett an der Hotelrezeption.
Mehrere Zimmerschlüssel hängen in einem Hotel an einem Brett an der Hotelrezeption.  © picture alliance / dpa

"Wir brauchen als Branche mehr Vorlaufzeit", sagte der Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. 

"Wenn ein Gast im Hotel steht und dann sehe ich erst im Meldeschein, er kommt aus einem Risikogebiet, was mache ich dann?" Die Betriebe müssten sich auf so etwas einstellen können und wissen, wie sie es umsetzen können.

Geppert forderte stattdessen ein bundesweit einheitliches Verfahren beim Umgang mit Menschen aus Corona-Hotspots. 

Bewohner solcher Gebiete sollten ohne einen negativen Coronatest nicht ausreisen können, das sei transparenter und erfolgreicher, als eine Prüfung beim Gastgeber vor Ort, sagte er. 

Außerdem stelle sich die Frage, wer die Stornierungskosten dann zahle. Bei einem Beherbergungsverbot bleibe der Hotelier auf den Kosten sitzen. Könnten die Gäste dagegen gar nicht erst anreisen, seien sie selbst verantwortlich.

Söder hatte am Mittwoch angekündigt, dass Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten dürften. 

Dieses Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten. 

Hotels in Bayern für Urlauber aus Berliner Bezirken und Bremen tabu

Ein Schild „Ferienwohnungen!“ steht vor einem Haus zwischen Bäumen und Sträuchern.
Ein Schild „Ferienwohnungen!“ steht vor einem Haus zwischen Bäumen und Sträuchern.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Konkret gilt das Beherbergungsverbot in Bayern ab diesen Donnerstag laut Gesundheitsministerium für Reisende aus vier Berliner Bezirken (Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg), aus Bremen sowie aus den Städten Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen.

Söder erklärte, dies bedeute "eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen". Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

Für private Übernachtungen etwa bei Freunden oder Verwandten gibt es keine Beschränkungen. Und es gibt auch keinerlei Einreiseverbote.

Den Start des Beherbergungsverbots am Donnerstag begründete Söder mit dem Beginn der Herbstferien in einigen Bundesländern. 

Gaststätten im Freistaat dürfen dann keine Gäste mehr aufnehmen, die von dort anreisen oder dort ihren Wohnsitz haben - es sei denn, sie können ein ärztliches Attest auf der Grundlage eines negativen Corona-Tests vorweisen.

Ausnahmen gelten zudem für Gäste, "die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen" oder einen sonstigen triftigen Reisegrund haben. 

Titelfoto: picture alliance / dpa

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0