Trotz Schnupfen in die Kita? Erzieher müssen jetzt entscheiden, wer reinkommt

München - Kinder mit Schnupfen und laufender Nase sollen nach den Sommerferien nicht mehr automatisch vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden. 

Wenn ein Kind an Schnupfen erkrankt, soll das in Zukunft kein Grund mehr sein, nicht in die Kita zu gehen. (Symbolbild)
Wenn ein Kind an Schnupfen erkrankt, soll das in Zukunft kein Grund mehr sein, nicht in die Kita zu gehen. (Symbolbild)  © Danil Chepko/ 123RF

Erzieher sollen darüber jeweils im Einzelfall entscheiden. Sie sollen dazu rechtzeitig zum geplanten Start des Kita-Regelbetriebs am 1. September einen Leitfaden an die Hand bekommen, in welchem Fall die Kinder nach Hause geschickt werden sollten und wann sie trotz laufender Nase in der Einrichtung bleiben dürfen. 

Das kündigte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München an.

Man wolle hier "gutes Augenmaß bewahren", betonte die Ministerin – sonst wären die Kindergärten zum Start der üblichen Erkältungswelle im Herbst zur Hälfte leer. 

Rufe nach einer noch schnelleren Änderung der aktuell geltenden Leitlinien wies Trautner aber zurück – im Moment seien die derzeitigen Regelungen "absolut vertretbar".

Seit 1. Juli dürfen wieder alle Kinder in Bayern ihre Kindergärten und Krippen besuchen - allerdings nur in ihren festen Gruppen. Zudem dürfen Kinder mit jeglichen Krankheitssymptomen nicht in die Kita. 

Dies wird oft derart streng gehandhabt, dass auch ein bloßer - und im Kindesalter häufiger - Schnupfen für ein Besuchsverbot ausreicht.

"Andere Maßstäbe" nach den Sommerferien: Verschnupfte Kinder dürfen wieder in die Kita

Carolina Trautner (59, CSU), Staatsministerin für Familie, Arbeit, Soziales, nimmt in Anschluss an die Kabinettssitzung an einer Pressekonferenz teil.
Carolina Trautner (59, CSU), Staatsministerin für Familie, Arbeit, Soziales, nimmt in Anschluss an die Kabinettssitzung an einer Pressekonferenz teil.  © Peter Kneffel/dpa

Trautner betonte, die aktuellen Regelungen dienten der Sicherheit der Erzieher, aber auch der Kinder und Eltern. 

Man müsse immer abwägen, ob ein Kind wegen eines Schnupfens zu Hause bleibe müsse oder ob eine ganze Gruppe notfalls in Quarantäne müsse.

Nach den Sommerferien müsse man aber "andere Maßstäbe" anlegen, sagte Trautner. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erarbeitet deshalb gemeinsam mit Kinderärzten nun einen Leitfaden für die tägliche Kita-Praxis, der Erzieher bei der Einschätzung von Krankheitssymptomen bei Kindern unterstützen soll.

Grundsätzlich bereitet sich die Staatsregierung mit einem Drei-Stufen-Plan für die für den 1. September geplante Rückkehr zum Kita-Regelbetrieb vor. 

Hygienevorkehrungen sind weiterhin Pflicht, aber beispielsweise werden wieder offene Betreuungskonzepte erlaubt.

Ziel ist Stufe 1 - ein normaler Regelbetrieb. Stufe 2 sieht gewisse Einschränkungen vor, sollten die Corona-Infektionszahlen wieder steigen. Auch dann soll es aber wenn möglich nur lokal oder regional begrenzte Gegenmaßnahmen geben, beispielsweise wieder reduzierte Gruppengrößen. "Schließungen von Kindertageseinrichtungen bleiben das letzte Mittel und werden auf das infektionsschutzmäßig unbedingt nötige Mindestmaß begrenzt", versicherte die Staatsregierung.

Sollte sich - das wäre die Stufe 3 - das Infektionsgeschehen deutlich verschlechtern, soll ebenfalls vorrangig lokal oder regional begrenzt reagiert werden - etwa mit einer Einschränkung des Kita-Betriebs und der erneuten Rückkehr zu reinen Notbetreuungsgruppen. 

Trautner betonte aber: "Wir hoffen alle, dass das nicht der Fall sein wird."

Titelfoto: Danil Chepko/ 123RF

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0