Das war 2020: Wiesn-Absage, Maskenpflicht und Wirecard-Skandal in Bayern

München - Das Jahr 2020 war in vielerlei Hinsicht turbulent. In vier Teilen erinnert TAG24 hier an die wichtigsten Ereignisse des Jahres im Überblick. Diese Geschichten machten zwischen April und Juni in Bayern Schlagzeilen.

Weitere Rückblicke zum Geschehen in Bayern 2020 findest Du >>> hier im ersten Teil.

April 2020 in Bayern: Familientragödie, Kredit-Diskussion um Adidas

Ab dem 20. April 2020 durften Bau- und Gartenmärkte in Bayern wieder öffnen.
Ab dem 20. April 2020 durften Bau- und Gartenmärkte in Bayern wieder öffnen.  © Sven Hoppe/dpa

3. April: In einem Haus in Vogtareuth nahe Rosenheim finden Ermittler zwei tote Kinder und ihre tote Mutter. Es ist eine Bundespolizistin, die mit ihrer Dienstwaffe ihre beiden Töchter und sich selbst erschossen hat. Die Beamten sprechen von einer "Familientragödie".

14. April: Der Sportartikelhersteller Adidas erhält wegen der Folgen der Corona-Pandemie einen Milliardenkredit von der staatlichen Förderbank KfW in Höhe von 2,4 Milliarden Euro.

16. April: Wegen der verlängerten Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sagen die Veranstalter das große Festival "Rock im Park" in Nürnberg Anfang Juni ab.

16. April: Die Staatsregierung lockert die Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung des Coronavirus minimal: Nun ist im Freien auch der Kontakt zu einer Person außerhalb des eigenen Hausstands erlaubt.

20. April: Bau- und Gartenmärkte sowie Gärtnereien öffnen wieder.

Oktoberfest wird abgesagt, erste Maskenpflicht in Verkehrsmitteln

Ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Koa Wiesn 2020" hängt in einem Geschäft in der Münchner Innenstadt aus.
Ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Koa Wiesn 2020" hängt in einem Geschäft in der Münchner Innenstadt aus.  © Peter Kneffel/dpa

21. April: Das Oktoberfest wird wegen der Corona-Pandemie für dieses Jahr abgesagt. Die Wiesn hätte vom 9. September bis zum 4. Oktober stattfinden und Millionen Besucher aus aller Welt anlocken sollen. Zuvor war schon das Gäubodenvolksfest in Straubing abgesagt worden, später folgte etwa das Gillamoos-Volksfest in Abensberg.

22. April: Der langjährige Intendant der Bayerischen Staatsoper, Sir Peter Jonas, stirbt im Alter von 73 Jahren in München.

23. April: Mehr als 40 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer 15-Jährigen in Aschaffenburg wird der Angeklagte im Mordprozess freigesprochen. Das Hauptindiz - eine Bissspur an der Leiche des Mädchens - konnte dem Angeklagten nicht eindeutig zugeordnet werden.

27. April: Für öffentliche Verkehrsmittel kündigt die Staatsregierung eine Maskenpflicht an.

27. April: Katharina Wagner ist erkrankt und kann ihr Amt als Leiterin der Bayreuther Festspiele "bis auf weiteres" nicht ausüben.

Mai 2020 in Bayern: Ausgangsbeschränkungen aufgehoben, Anschläge Waldkraiburg

Das oberbayerische Waldkraiburg wurde im Mai 2020 von Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber erschüttert.
Das oberbayerische Waldkraiburg wurde im Mai 2020 von Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber erschüttert.  © Angelika Warmuth/dpa

2. Mai: Ein 25-jähriger Lottospieler aus Oberfranken gewinnt im Eurojackpot 90 Millionen Euro - der bis dato höchste Lotto-Gewinn in Bayern. Er wolle das Geld nicht in teure Sportwagen, sondern krisensicher anlegen, kündigte der Tipper laut Lottogesellschaft an.

4. Mai: Unter strengen Auflagen sind öffentliche Gottesdienste wieder erlaubt.

5. Mai: Bayern hebt die wochenlangen Ausgangsbeschränkungen auf - gewisse Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen. So wird erlaubt, eine Person außerhalb des eigenen Hausstands und auch enge Familienangehörige zu treffen oder auch zu besuchen.

10. Mai: Das oberbayerische Waldkraiburg wird von Anschlägen auf Geschäfte türkischstämmiger Inhaber erschüttert. Festgenommen wird ein 25-Jähriger, der nach Angaben der Ermittler mit der IS-Terrormiliz sympathisiert. Er gibt demnach als Tatmotiv Hass auf Türken und eine antitürkische Gesinnung an. Einige Tage später übernimmt der Generalbundesanwalt die Ermittlungen.

11. Mai: Nach wochenlangen Zwangsschließungen dürfen in Bayern alle Geschäfte wieder öffnen. Auch in Schulen geht der Unterricht nach und nach wieder los. Zunächst geht es mit den Jahrgängen weiter, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, sowie mit den Viertklässlern der Grundschulen.

Logopäden in Missbrauchsskandal verurteilt, Petition gegen Donaulied

Horst Seehofer (CSU, l), Bundesinnenminister, trägt einen Mundschutz, während er sich am 18. Mai 2020 am bayerischen Grenzübergang Freilassing mit wartenden Anwohnern unterhält.
Horst Seehofer (CSU, l), Bundesinnenminister, trägt einen Mundschutz, während er sich am 18. Mai 2020 am bayerischen Grenzübergang Freilassing mit wartenden Anwohnern unterhält.  © Peter Kneffel/dpa

14. Mai: Bayerische Polizeivollzugsbeamte dürfen sich nicht sichtbar an Unterarm, Händen, Kopf oder Hals tätowieren lassen, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht. Geklagt hat ein Polizist, der sich "Aloha" als Tattoo auf dem Unterarm tätowieren lassen wollte.

18. Mai: Nach wochenlanger Zwangspause gibt es auch für die Gastronomie erste Lockerungen: Außenbereiche von Gaststätten dürfen öffnen. Speiselokale im Innenbereich am 25. Mai, Hotels am 30. Mai.

25. Mai: Wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von behinderten Jungen verurteilt das Landgericht Würzburg einen Logopäden zu elf Jahren und vier Monaten Haft. Der Fall zählt zu den schlimmsten bekannten Missbrauchsdelikten in Bayern.

29. Mai: Eine Petition um das Donaulied findet bundesweit Beachtung. Eine Passauer Studentin initiiert sie und stößt eine Diskussion um Sexismus in Bierzelten an.

Das Donaulied beschreibt in seiner Original-Version die Vergewaltigung eines am Ufer schlafenden Mädchens und wird bis dahin in so manchem Bierzelt gespielt.

Juni 2020 in Bayern: Gift in Getränken, Knochenfund und Sommergewitter

Hunderte Menschen belagern bei sommerlichen Temperaturen im Juni 2020 die Frühlingsanlagen an der Isar.
Hunderte Menschen belagern bei sommerlichen Temperaturen im Juni 2020 die Frühlingsanlagen an der Isar.  © Peter Kneffel/dpa

2. Juni: In zwei Münchner Supermärkten tauchen Getränkeflaschen mit tödlichem Gift auf. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes. In drei Fällen trinken Kunden auch aus den mit Lösungsmitteln manipulierten Flaschen - glücklicherweise aber nur eine geringe Menge.

Wenige Tage später nimmt die Polizei eine verdächtige, psychisch kranke Frau fest.

8. Juni: Laienmusiker in Bayern dürfen wieder in Gruppen von bis zu zehn Musikern gemeinsam proben - unter strikten Auflagen.

12. Juni: Kurz nach dem Fund von Knochen eines seit 18 Jahren vermissten jungen Paares in einem Wald bei Kipfenberg im Landkreis Eichstätt wird wegen Mordes ermittelt. Einen Verdächtigen hat die Polizei bislang nicht ausfindig machen können.

14. Juni: Schwere Sommergewitter gehen in Bayern nieder, Hunderte Einsätze für Feuerwehren und Rettungsdienste sind die Folge. Einer ist besonders aufwendig: Von einer Berghütte nahe Garmisch-Partenkirchen müssen mit Hubschraubern rund 60 Wanderer gerettet werden.

15. Juni: Theater und Kinos dürfen unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen wieder öffnen. Auch Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen sind wieder möglich.

Ausmaß des Wirecard-Skandals wird deutlich, emeritierte Papst Benedikt XVI. besucht Bayern

Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschheim zu sehen.
Der Schriftzug von Wirecard ist an der Firmenzentrale des Zahlungsdienstleisters in Aschheim zu sehen.  © Sven Hoppe/dpa

17. Juni: Der zweite Korruptionsprozess gegen den früheren Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs geht zu Ende. Er wird vom Landgericht Regensburg in einem Fall der Bestechlichkeit zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Von den weiteren Vorwürfen wird er freigesprochen.

18. Juni: Der Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard nimmt größere Ausmaße an. Das Unternehmen sieht sich als mögliches Opfer eines "gigantischen Betrugs" und will Strafanzeige gegen unbekannt erstatten.

18. Juni: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist in Bayern und besucht in Regensburg seinen kranken Bruder Georg Ratzinger.

18. Juni: Der Schauspieler und Synchronsprecher Claus Biederstaedt stirbt kurz vor seinem 92. Geburtstag.

19. Juni: Wirecard-Vorstandschef Markus Braun tritt mit sofortiger Wirkung zurück.

23. Juni: Markus Braun wird festgenommen und kommt gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro weder auf freien Fuß.

25. Juni: Wirecard reicht den angekündigten Insolvenzantrag ein.

Titelfoto: Bildmontage: Sven Hoppe/dpa, Peter Kneffel/dpa , Peter Kneffel/dpa, Sven Hoppe/dpa

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