Neue Lockerungen: Das musst Du jetzt beim Frisör beachten

München - Ab Montag dürfen Friseursalons nach mehrwöchiger Zwangspause in der Corona-Krise wieder öffnen. Damit sich möglichst niemand mit dem Virus dort ansteckt, gelten aber einige Vorgaben.

Muss ich einen Mundschutz im Friseursalon tragen?

Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen die Friseure ab Montag wieder ihre Salons öffnen.
Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen die Friseure ab Montag wieder ihre Salons öffnen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Ja. Sowohl Friseure als auch Kunden müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. 

Man kann einen eigenen mitbringen, die Salons werden aber wohl auch einen bereitstellen. Probleme beim Schneiden soll es da nicht geben, sagt Jörg Müller, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks. 

Gegebenenfalls nimmt man die Schlaufen kurzzeitig vom Ohr. 

Damit der Mundschutz dann nicht abfällt, könnte ihn der Kunde in dieser Zeit festhalten.

Wie wirken sich die neuen Vorgaben auf die Preise aus?

Kunden müssen wohl mehr bezahlen. Der Grund dafür ist zum einen der zeitliche Mehraufwand durch den neuen Schutzstandard. 

Zum anderen müssen die Salons mehr Geld für Schutzausrüstung wie Masken, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel ausgeben. Wie teurer ein Haarschnitt künftig wird, lässt sich allerdings nicht genau beziffern. 

Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro.

Werden weiterhin alle Dienstleistungen angeboten?

Ein Schild weist Kunden in einem Friseursalon über die neu geltenden Regeln im Salon aufgrund der Corona-Pandemie hin.
Ein Schild weist Kunden in einem Friseursalon über die neu geltenden Regeln im Salon aufgrund der Corona-Pandemie hin.  © Christoph Schmidt/dpa

Kunden werden sich auf Abstriche einstellen müssen. "Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden", heißt es dazu in dem Schutzstandard. 

Das trifft etwa die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können nur Herrenhaarschnitte anbieten.

Haare waschen wird mit dem Standard für alle Kunden Pflicht. So sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. Weil man auch auf dem Weg zum Salon mit dem Virus in Kontakt kommen könnte, reicht es nicht, sich vor dem Friseurbesuch die Haare selbst zu waschen.

Ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee wird es außerdem vorübergehend beim Friseur nicht geben. Eine Zeitschrift beim Haareschneiden oder Föhnen zu lesen, ist ebenfalls verboten. 

Beides soll das Infektionsrisiko in den Salons verringern.

Kann man jetzt nur noch mit einem Termin zum Friseur?

Theoretisch sind "Walk-in-Friseure", also solche ohne Terminvergabe, weiter erlaubt. Der Zentralverband empfiehlt aber Terminabsprachen. 

Wegen der erwartbar hohen Nachfrage nach der Wiedereröffnung dürfte es schwer werden, ohne Ankündigung einen Haarschnitt zu bekommen. 

Der Schutzstandard verbietet zudem Wartebereiche in den Salons.

Was ist, wenn ein Kunde oder Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wird?

Dazu sollen alle Kunden ihre Kontaktdaten im Friseursalon hinterlassen. Dazu zählt nicht nur die Adresse, sondern etwa auch die Handynummer oder E-Mail-Adresse. So sollen Infektionsketten nachvollzogen und unterbrochen werden können. 

Will man seine Daten nicht bereitstellen, gibt es übrigens auch keine Bedienung. 

"Kunden können nur bedient werden, wenn sie mit der Dokumentation einverstanden sind", steht in dem Arbeitsschutzstandard.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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