Verloren und abgegeben: Kurioses aus dem Fundbüro

München – Verlorene Gegenstände landen oft im Fundbüro. Wie häufig sie dort wieder abgeholt werden, variiert von Stadt zu Stadt. 

Was im Strudel des Alltags verloren geht, landet im Fundbüro. 
Was im Strudel des Alltags verloren geht, landet im Fundbüro.   ©  Stefan Puchner/dpa

Einer stichprobenartigen Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zufolge hat das Fundbüro der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) eine besonders hohe Abhol-Quote: Sie liegt bei über 50 Prozent. 

Pro Monat werden bei der MVG rund 3000 Fundsachen abgegeben, wie ein Sprecher berichtete.

Beim Fundbüro des Münchner Flughafens gehen einem Sprecher zufolge etwa 60 Objekte pro Tag ein. "Knapp 50 Prozent der Fundsachen werden wieder abgeholt." 

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In der Stadt München selbst werden nach Angaben eines Sprechers des Kreisverwaltungsreferats täglich 185 verlorene Gegenstände im Fundbüro abgegeben, 35 Prozent davon finden zu ihren Besitzern zurück.

Was mit den übrigen Fundsachen passiert, ist dem Sprecher des Kreisverwaltungsreferats zufolge klar geregelt: "Die gesetzliche Aufbewahrungsfrist beträgt sechs Monate. Konnte innerhalb dieser Zeit kein Verlierer ermittelt werden und macht der Finder keine Rechte geltend, geht die Fundsache ins Eigentum der Landeshauptstadt München über." 

Die Fundsachen würden dann versteigert, im Rahmen eines Freiverkaufs veräußert oder für soziale Zwecke abgegeben.

Handy und Geldbeutel, aber auch viel Kurioses landet im Fundbüro

Im Treppenhaus des Fundamts steht ein goldener Thron. Dieser wurde im Frühjahr 2019 von der Polizei in Augsburg gefunden und wartet seitdem auf seinen Eigentümer. 
Im Treppenhaus des Fundamts steht ein goldener Thron. Dieser wurde im Frühjahr 2019 von der Polizei in Augsburg gefunden und wartet seitdem auf seinen Eigentümer.   © Stefan Puchner/dpa

In Landshut ist die Abholquote unter den befragten Fundbüros am geringsten. Wie Andreas Kiesenbauer vom städtischen Fundbüro sagte, werden dort rund ein Drittel der Fundsachen wieder abgeholt. 

"Das liegt einerseits daran, dass ein Teil keine Kenntnis über den Verlust seines Eigentums hat. Aber auch daran, dass die jeweiligen Eigentümer ihre Fundsachen nicht abholen, obwohl sie unsererseits informiert wurden, dass ihre Fundsachen im Fundbüro bereitliegen." 

Pro Tag landen seinen Angaben nach zehn Objekte im städtischen Fundbüro.

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In Augsburg wurden 2019 im Durchschnitt 17 Fundstücke pro Tag abgegeben, wie Jürgen Luttmann vom städtischen Fundbüro sagte. "Generell hat sich die Abholquote im letzten halben Jahr erhöht, da inzwischen Fundsachen online durch uns veröffentlicht werden", erklärte er. Bei Geldbörsen liege die Abholquote derzeit bei 57 Prozent, Handys werden in 39 Prozent aller Fälle wieder abgeholt.

Immer wieder werden bei Fundbüros auch kuriose Gegenstände abgegeben: "Zwei Fundsachen sind uns aus dem letzten halben Jahr besonders im Gedächtnis geblieben", erzählte Luttmann. "Zum einen die Erstauflage eines Buchs über Heldensagen aus dem Jahr 1700, in Latein geschrieben." Sie sei nicht versteigert, sondern der Bayerischen Staatsbibliothek überlassen worden. 

"Zum anderen ein goldener Thron. Dieser ist mit rotem Samt bezogen, circa zwei Meter hoch und etwa 60 Kilo schwer."

Titelfoto: Stefan Puchner/dpa

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