Tausende Waffen, kiloweise Kokain, Millionen Zigaretten: Der Zoll zieht Bilanz

München - Nach einem arbeitsreichen Jahr 2019 zieht Regierungsdirektor und Leiter des Zollfahndungsamts München Rudolf Ertl positive Bilanz. 

Vom Zoll sichergestellter Rauchtabak in Form von Feinschnitt.
Vom Zoll sichergestellter Rauchtabak in Form von Feinschnitt.  © Zoll München

Gegen rund 1740 Tatverdächtige wurden in knapp 1500 Verfahren ermittelt, teilte das Zollamt mit.

Insgesamt haben die Täter Zölle und Steuern in Höhe von insgesamt über 115 Millionen Euro hinterzogen. 

2019 wurden von den Gerichten 450 Jahre an Freiheitsstrafen und 880.000 Euro an Geldstrafen und Auflagen festgesetzt. 

Vor allem Rauschgiftkriminalität und der Schmuggel von verbrauchsteuerpflichtigen Waren bilden die Mehrheit der Straftaten.

Der Schmuggel von Goldschmuck aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bzw. von Massengütern aus Fernost stellte einen weiteren Schwerpunkt der Zollarbeit dar.

Zur Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität ermittelte der Zoll in knapp 450 Verfahren gegen Schmuggler von Rauschgift. 

Noch immer spielt hierbei die sogenannte "Balkanroute" eine wichtige Rolle. Vor allem die A3 hat sich als beliebte Schmuggelroute herausgestellt.

Millionen an Steuern hinterzogen: Der Zoll in Bayern greift durch

Ein Kellerabteil mit nicht zugelassenen Präparaten (oben) und eine selbst hergestellte Kette aus geschmuggelten Feuerwerkskörpern. (Bildmontage)
Ein Kellerabteil mit nicht zugelassenen Präparaten (oben) und eine selbst hergestellte Kette aus geschmuggelten Feuerwerkskörpern. (Bildmontage)  © Zoll München

Insgesamt konnte 2019 kiloweise Heroin, Kokain, Amphetamin, Metamphetamin (Crystal), Haschisch, Marihuana sichergestellt werden. Über 10.000 Ecstasy-Tabletten wurden ermittelt und 1100 Cannabispflanzen sichergestellt.

Zigarettenschmuggel sowie der Schmuggel von Wasserpfeifentabak dominierten die Verbrauchsteuerkriminalität in Bayern: 3 Millionen Stück Zigaretten, (entspricht 15.000 Stangen), aber auch über 1,3 Tonnen Wasserpfeifentabak wurden sichergestellt.

Die Hälfte der im gesamten Zollfahndungsamt München abgewickelten Fälle bezog sich auf die Bekämpfung des Schmuggels von gefälschten Markenartikeln, verbotenen Waffen und nicht zugelassenen Arznei- bzw. Dopingmitteln. So wurden 1500 Textilien und 14.400 elektronische Geräte und Bauteile sichergestellt. 13.218 Waffen (darunter Schusswaffen, Munition und Pyrotechnik) wurden beschlagnahmt.

Schwerpunkt der Ermittlungen in diesem Bereich war die Herstellung von nicht zugelassenen Arzneimitteln in Untergrundlaboren. 

So konnten zum Beispiel in einem Augsburger Keller Präparate im Wert von über 100.000 Euro sichergestellt werden. 

Titelfoto: Zoll München

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