Wiesn-Aus! Oktoberfest wegen Corona-Pandemie abgesagt: Schausteller besorgt

München - Das Oktoberfest 2020 in München wurde offiziell abgesagt. 

Feiern auf dem Oktoberfest wird es 2020 nicht geben: Das Fest ist abgesagt. (Bildmontage)
Feiern auf dem Oktoberfest wird es 2020 nicht geben: Das Fest ist abgesagt. (Bildmontage)  © donets/123RF, Felix Hörhager/dpa

Kein "O'zapft is" in diesem Jahr, keine prall gefüllten Festzelte, keine Debatten um Bierpreise, kein zweiwöchiger Ausnahmezustand in München.

Kaum vorzustellen, aber heute wurde das diesjährige Oktoberfest wegen der Corona-Pandemie abgesagt. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) haben das in einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen verkündet.

Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt kommen alljährlich zur Wiesn. 

In der Enge der oft bis auf den letzten Platz besetzten Bierzelte, aber auch im Gedränge der Gassen draußen wäre ein Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern kaum einzuhalten.

Schon im 19. Jahrhundert war das Oktoberfest wegen einer Seuche ausgefallen: Wegen der Cholera wurde das Fest 1854 und 1873 abgesagt. 

Auch zu Kriegszeiten gab es oft keine Oktoberfeste; während der Weltkriege wurde das Volksfest gestrichen, ebenso 1923 in der Phase der Hyperinflation.

Oktoberfest 2021 um eine Woche verlängern?

Der Vizepräsident des Bayerischen Landtags und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, hat nach der Absage der Wiesn 2020 wegen der Corona-Pandemie eine Verlängerung des Oktoberfests im Folgejahr ins Spiel gebracht.

"Sollte das #Oktoberfest abgesagt werden müssen, dann könnte man doch das Oktoberfest 2021 um eine Woche verlängern. Nur ein Vorschlag ...", schrieb er bereits vergangene Woche auf Twitter.

Eine Verlängerung wäre eine Hilfe auch für die Schausteller und Wirte, denen die Einnahmen aus diesem Jahr fehlen, sagte Freller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zudem könnte dies den Betrieb in den Zelten etwas entzerren.

"Auch wenn das Virus im nächsten Jahr hoffentlich kein Thema mehr ist, schade das nicht." Zudem hätten Gäste aus dem Ausland so länger die Chance, einen Besuch nachzuholen.

Update 14.25 Uhr: Schausteller: Wiesn-Absage darf kein Aus aller Volksfeste bedeuten

Die Absage des Oktoberfests darf nach Auffassung der Schausteller nicht die Blaupause für andere Volksfeste werden. "Das Aus des Münchner Oktoberfestes 2020 darf nicht automatisch das Aus aller deutschen Volksfeste bedeuten", verlangte der Deutsche Schaustellerbund am Dienstag.

"Die Feste sind für die Schausteller von existenzieller Bedeutung und für die einheimische Bevölkerung zentraler Anker ihres gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenlebens", hieß es. Die Wiesn-Absage dürfe "kein Indikator sein, andere Volksfeste ab Ende August in Deutschland zwingend und voreilig abzusagen".

Das Oktoberfest sei weltweit das Aushängeschild und Flaggschiff der deutschen Volksfeste. Kein anderes Fest sei in den Medien so präsent, keines ziehe so viele Besucher in seinen Bann, sei Magnet für Millionen Touristen aus ganz Europa, Süd-Ost-Asien und den USA und begrüße bis zu 400.000 Besucher an einem einzigen Tag. 

Die Wiesn seien ein wunderbares Fest - aber nicht repräsentativ für die 9750 anderen deutschen Volksfeste. 

Titelfoto: donets/123RF, Felix Hörhager/dpa

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