"Ich war einfach neugierig": Polizist gesteht dutzendfachen Missbrauch!

München - Es sind Worte, die schockieren: Ein Polizist hat am Montag vor dem zuständigen Landgericht München II dutzendfachen sexuellen Missbrauch an mehreren Buben gestanden.

Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie sexueller Nötigung angeklagte Mann (r.) sitzt auf seinem Platz.
Der wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen sowie sexueller Nötigung angeklagte Mann (r.) sitzt auf seinem Platz.  © Sven Hoppe/dpa

"Unser Mandant räumt den sexuellen Missbrauch an allen Geschädigten vollumfänglich ein", hieß es in einer Erklärung, die sein Anwalt verlas. Er werde die Verantwortung dafür übernehmen - "auch wenn er die Taten nicht ungeschehen machen kann".

Der 60 Jahre alte Polizeibeamte, der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr war, begründete sein Verhalten mit Neugier. "Ich war einfach neugierig, ich kann's nicht erklären", sagte er nach der Verlesung der entsprechenden Erklärung. 

Er verglich sein Verhalten mit dem eines Kindes, das "an Weihnachten durchs Schlüsselloch" schaut, schob aber nach, dass es "ein blödes Beispiel" war.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich vor allem bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der freiwilligen Feuerwehr an Buben, von denen einige unter 14 Jahren alt und damit noch Kinder waren, vergangen zu haben - unter anderem auf einem Segelboot auf dem Starnberger See. Außerdem fanden die Ermittler Kinderpornografie bei ihm.

Das umfassende Geständnis ist Teil eines Deals.

Alle Prozessbeteiligten einigten sich auf einen Strafrahmen zwischen vier Jahren und drei Monaten und fünf Jahren und drei Monaten. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am Freitag fallen.

Der Polizist soll sich laut Staatsanwaltschaft an Buben vergangen haben.
Der Polizist soll sich laut Staatsanwaltschaft an Buben vergangen haben.  © Sven Hoppe/dpa

Update 18 Uhr: Polizist entschuldigt sich bei Missbrauchsopfern

Der wegen Missbrauchs angeklagte Polizist hat sich am Montag bei zweien seiner Opfer entschuldigt. 

"Ich kann Dich nur bitten, meine Entschuldigung anzunehmen, mir zu vergeben", sagte er dem jungen Mann, der die Ermittlungen gegen den 60-Jährigen mit seiner Anzeige ins Rollen brachte. Er gibt an, als 15-Jähriger bei der Jugendfeuerwehr von dem Angeklagten missbraucht worden zu sein. Diese Tat ist allerdings verjährt und nicht Gegenstand der Anklage. 

Dass seine Opfer unter den Taten leide, habe er nicht gewollt, so der 60-Jährige.

"Ich war blöd, ich war blind, ich hab das nicht mitgekriegt", sagte der Angeklagte. "Wir waren befreundet, wir sind Kollegen gewesen." Ähnliches sagte er auch zu einem zweiten Mann, an dem er sich auch vergriffen haben soll, als er jugendlich war. "Es war Mist, was ich gemacht habe, es war falsch", sagte er. "Bitte vergib mir."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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