Bedroht, beraubt, verletzt: Das müssen Taxifahrer in Bayern über sich ergehen lassen

München - Taxifahrer in Bayern wurden im vergangenen Jahr 259 Mal Opfer von gemeldeten Straftaten. Wie die aktuelle Statistik des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) zeigt, waren das elf Delikte weniger als im Vorjahr (270). 2017 wurden den Beamten demnach noch 287 Straftaten gegen Taxifahrer gemeldet.

Hunderte Taxen vor dem Münchner Siegestor auf der Ludwigstraße in München. (Archivbild)
Hunderte Taxen vor dem Münchner Siegestor auf der Ludwigstraße in München. (Archivbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Mit Abstand am häufigsten werden die Taxifahrer laut Statistik körperlich verletzt. 2019 zählte das BLKA 188 Körperverletzungen, 45 davon schwer. 

So wurde beispielsweise im Dezember ein 31-jähriger Taxifahrer nach einer Tour aus Würzburg von gleich vier Männern verprügelt, weil sie ihre Fahrt nicht bezahlen wollten. 

Im mittelfränkischen Roth hatte im April ein 21-Jahre alter Fahrgast einem Taxifahrer mit einem messerähnlichen Gegenstand ins Gesicht geschnitten, als er an dessen Bargeld kommen wollte. 

Insgesamt meldeten sich im vergangenen Jahr 26 Taxifahrer bei der Polizei, weil sie ausgeraubt wurden, 2018 waren es noch 31. 

Genötigt und bedroht wurden insgesamt 40 Taxler - zwei weniger als im Vorjahr.

Um sich gegen Überfälle und Gewalttaten zu schützen, rät das BLKA den Fahrern unter anderem, wenig Bargeld mitzuführen, nachts keine entlegene Gegenden anzufahren und sich potenzielle Fahrgäste genauer anzuschauen.

Frauen und Ältere werden unter den Taxifahrern gezielt als Opfer ausgesucht

Taxifahrer werden oft Opfer von Gewalttaten. (Symbolbild)
Taxifahrer werden oft Opfer von Gewalttaten. (Symbolbild)  © Felix Hörhager/dpa

"Täter suchen gerne Frauen und ältere Taxilenker als Opfer aus, weil sie mit geringer bis keiner Gegenwehr rechnen", sagte ein BLKA-Sprecher. 

"Mitunter werden potenzielle Opfer bereits durch Beobachtung am Taxistandplatz ausgewählt. Steigt ein Fahrgast nicht in das erste Taxi in der Reihe, sollte nach seinem Beweggrund gefragt werden."

Sollte es zu einem Überfall kommen gelte: Keine Provokation der Täter, sich dessen Aussehen gut einprägen und so schnell wie möglich die Polizei rufen.

"Gefährden Sie wegen ein paar Euros oder wegen des Autos nicht Ihr Leben und Ihre Gesundheit", appelliert der Sprecher. 

Zu einem Mord an einem Taxifahrer kam es letztmals 2017, damals starben gleich zwei Fahrer gewaltsam.

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0