Ansteckung in öffentlichen Verkehrsmitteln? So schätzen Bürger Corona-Risiken im Alltag ein

München - Der zweite Lockdown, der seit November in Deutschland verhängt wurde, wirkt sich spürbar auf die Mobilität der Bevölkerung aus. Im Gegensatz zu den ersten Maßnahmen, gibt es jedoch einige Unterschiede im Verhalten der Bürger.

"Mund und Nase bedecken!" steht in Deutsch und Englisch auf einem Schild an einem Waggon der Münchner U-Bahn.
"Mund und Nase bedecken!" steht in Deutsch und Englisch auf einem Schild an einem Waggon der Münchner U-Bahn.  © Lino Mirgeler/dpa

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) hat eine vergleichende Umfrage zur individuellen Mobilität in der Corona-Krise durchgeführt.

Dabei sollte betrachtet werden, wie die Bevölkerung auf die Gefahr durch das Coronavirus reagiert und ob es langfristige Veränderungen gibt.

Wie die Ergebnisse nun zeigen, sind die Auswirkungen auf die Mobilität nun deutlich geringer als noch im Frühjahr.

Der Anteil an Personen, die an fünf Tagen zu ihrem Arbeits- oder Ausbildungsplatz fahren, ist von 32 Prozent im Frühjahr auf jetzt 48 Prozent gestiegen.

Nur noch 64 Prozent erledigen ihre Einkäufe an einem oder zwei Tagen pro Woche. Während des ersten Lockdowns waren es noch 70 Prozent.

Für den Weg zur Arbeit nutzen nun 59 Prozent das Auto. Das sind fünf Prozent mehr als beim ersten Lockdown. Das Vertrauen in die öffentlichen Verkehrsmittel ist wieder leicht gestiegen: Vor Corona nutzten 19 Prozent Bus, Tram, S- und U-Bahn, beim ersten Lockdown waren es nur noch sieben Prozent und aktuell sind es wieder 12 Prozent.

Trotzdem bleiben die Befragten skeptisch gegenüber den Öffentlichen und nutzen nun häufiger als Auto (18 Prozent) das Fahrrad (13 Prozent) oder gehen mehr zu Fuß (25 Prozent), als vor der Krise.

Gefahr der Ansteckung in Bus und Straßenbahn besonders hoch eingeschätzt

Die Gefahreneinschätzung (Ansteckung mit Corona) bei diversen Alltagstätigkeiten laut Umfrage.
Die Gefahreneinschätzung (Ansteckung mit Corona) bei diversen Alltagstätigkeiten laut Umfrage.  © obs/ADAC

Dabei spielt vor allem die Angst vor einer Infektion (53 Prozent) eine Rolle. 48 Prozent meiden Verkehrsmittel wegen Überfüllung, und 23 Prozent haben keinen Bedarf mehr, weil sie im Homeoffice arbeiten können.

Auf die Frage, wie stark sie sich bei unterschiedlichen Tätigkeiten von einer Ansteckung bedroht fühlen, wurde die Gefahr bei der Fahrt in Bus und Tram als sehr hoch eingestuft (51 Prozent), dicht gefolgt von der fahrt in Zügen, S- und U-Bahnen (50 Prozent).

Spaziergänge werden hingegen als unbedenklich angesehen (75 Prozent).

Einschränkung der Mobilität belastet im zweiten Lockdown weniger

Die Belastung durch veränderte Mobilität in der Corona-Krise laut Umfrage.
Die Belastung durch veränderte Mobilität in der Corona-Krise laut Umfrage.  © obs/ADAC

Die eingeschränkte Mobilität wird im Vergleich zum Frühjahr nun kaum mehr als Belastung empfunden (19 Prozent). Knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) fühlt sich im zweiten Lockdown überhaupt nicht mehr belastet.

Ausführliche Ergebnisse der Umfrage kannst Du >>>hier beim ADAC einsehen.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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