Verstummt: So protestierten Deutschlands Musiker im Netz gegen das Corona-Bühnen-Verbot

München - Ob bei den Münchner Philharmonikern oder der Band Culcha Candela: Die Bühnen-Musik ist wegen der Corona-Pandemie deutschlandweit verstummt.

Aufführungsstätten wie das Staatstheater am Gärtnerplatz in München sind von den Einschränkungen betroffen.
Aufführungsstätten wie das Staatstheater am Gärtnerplatz in München sind von den Einschränkungen betroffen.  © Matthias Balk/dpa

 Mit einer Aktion unter dem Motto #SangUndKlanglos haben am Montagabend zahlreiche Orchester, Musiker und Bands aus Deutschland ihren "Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur" zum Ausdruck gebracht. 

Sie stellten Auftritte ins Internet, bei denen sie und ihre Instrumente stumm blieben.

Unter der Federführung der Aktionsgemeinschaft #AlarmstufeRot kamen etwa die Ensembles um 20 Uhr auf die Bühne und verweilten 20 Minuten in Stille, ehe sie wieder abtraten. 

Wegen der Corona-Pandemie sind Auftritte Kulturschaffender bis Ende November komplett untersagt worden. Zuvor galten schon monatelang strenge Regeln bei den Besucherzahlen.

Die Musiker von Culcha Candela hatten sich dicke Klebestreifen auf den Mund geklebt oder die Hände mit einem Kabel verbunden. Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers saß mit einer Gitarre vor einer weißen Wand, besorgt in die Kamera schauend - und blieb minutenlang stumm. Nach knapp zehn Minuten sagte er: "Ganz schön still, ja?"

Culcha Candela verkleben sich den Mund und verbinden sich die Hände

Jan Josef Liefers schaut besorgt in die Kamera

An der Aktion beteiligten sich unter anderem auch die Bamberger Symphoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, die Staatsoper Hannover und das Gewandhausorchester aus Leipzig.

In einem Statement der Leipziger heißt es: "So sehr wir nachvollziehen können, dass den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung hohe Priorität eingeräumt wird, so schwer fällt es zu verstehen, weshalb gerade Konzerthäuser und Theater als besonders risikoreich angesehen werden."

Titelfoto: Matthias Balk/dpa, Screenshot Twitter@CulchaBerlin, Screenshot Instagram @janjosefliefers

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