Öffentlicher Dienst macht Druck: Warnstreiks vom Kindergarten bis zum Krankenhaus

München - Vor der entscheidenden dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst hat die Gewerkschaft Verdi mit Warnstreiks in ganz Bayern Druck gemacht.

Ein Verdi-Plakat mit der Aufschrift "Warnstreik" hängt an einem Hochhaus.
Ein Verdi-Plakat mit der Aufschrift "Warnstreik" hängt an einem Hochhaus.  © Christoph Soeder/dpa

Die Aktionen gingen durch alle Regierungsbezirke und beträfen alle Arten von Dienststellen, von Krankenhäusern über die Verwaltung bis zu Kindergärten, sagte ein Gewerkschaftssprecher am Montag. "Das Leistungsspektrum des öffentlichen Dienstes ist voll abgedeckt." Er rechne mit mehreren Tausend Teilnehmern.

Der öffentliche Nahverkehr war allerdings nicht betroffen. Für ihn gibt es eigene, getrennte Tarifverhandlungen.

Die Tarifverhandlungen gehen am Donnerstag in die dritte Runde, die mehrere Tage dauern kann. Gibt es in ihr keine Einigung, sind eine Schlichtung oder auch längerfristige Streiks möglich. Verlangt eine Seite die Schlichtung, was im Fall des Scheiterns als wahrscheinlich gilt, muss die andere daran aber teilnehmen.

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Am Freitag hatten die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, das über drei Jahre Lohnerhöhungen in drei Schritten vorsieht - insgesamt etwa 3,5 Prozent. Verdi lehnt es ab: "Das ist so schlecht, dass man darüber nicht reden kann", sagte ein Sprecher. 

Neben der niedrigen Erhöhung gebe es noch weitere problematische Details im Angebot.

Verdi verlangt vom Bund und von den Kommunen nach eigenen Angaben unter anderem, die Einkommen um 4,8 Prozent anzuheben, mindestens aber um 150 Euro pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Update 10.44 Uhr: Städtetag kritisiert Warnstreiks vor dritter Tarifrunde

Vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen hat der Deutsche Städtetag die für den Wochenbeginn geplanten Warnstreiks scharf kritisiert. 

"In diesen schwierigen Corona-Zeiten sind die Menschen genug belastet und brauchen nicht auch noch massive Störungen im Bus- und Bahnverkehr", sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetags, Helmut Dedy, der "Rheinischen Post"(Montag). 

"Und Streiks in Krankenhäusern empfinde ich gerade jetzt als unpassend."

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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