Einzelhandel in Bayern: Tests vor Einkauf aufwendig und abschreckend

München - Der bayerische Einzelhandel befürchtet, dass die neuen Test-Vorschriften noch mehr Menschen vom Einkaufen abhalten.

Zwei Frauen gehen in der Münchner Innenstadt an Schaufenstern vorbei.
Zwei Frauen gehen in der Münchner Innenstadt an Schaufenstern vorbei.  © Tobias Hase/dpa

"Leider ist es so, dass das Einkaufen dadurch noch schwieriger gemacht wird", sagte Handelverband-Geschäftsführer Bernd Ohlmann am Samstag in München.

Der Aufwand sei so groß, dass vermutlich noch mehr Kundinnen und Kunden lieber im Internet bestellten als ins Geschäft zu gehen.

Ab Montag dürfen Geschäfte in Städten und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner zwischen 100 und 200 nur noch für Kunden mit einem Termin und einem negativen Testergebnis öffnen.

Bei einem PCR-Test darf dieses nach Beschluss der Staatsregierung maximal 48 Stunden, bei einem Schnelltest maximal 24 Stunden alt sein. Ausgenommen davon sind der Lebensmittelhandel, Drogerien, Optiker und sonstige "für die tägliche Versorgung unverzichtbare Ladengeschäfte".

Für die Schnelltests gibt es mehrere Möglichkeiten, wie das Wirtschaftsministerium am Freitagabend klarstellte. Danach können die Einzelhändler Schnelltests vor ihrem Geschäft oder in geeigneten Räumen anbieten.

Oder Kundinnen und Kunden lassen sich zuvor bei einer Teststelle testen und bringen den Nachweis mit.

Enormer Aufwand: Jedes Mal neuer Selbsttest, bevor ein anderes Geschäft betreten wird

Kunden von Galeria Kaufhof warten am Eingang des Kaufhauses in München auf ihren Einlass.
Kunden von Galeria Kaufhof warten am Eingang des Kaufhauses in München auf ihren Einlass.  © Peter Kneffel/dpa

Eine weitere Möglichkeit seien Selbsttests vor oder in dem Laden "unter Aufsicht des Betreibers", teilte das Ministerium mit. Ob die zur Verfügung gestellt werden oder Kunden diese selbst mitbringen, müssten die Einzelhändler selbst festlegen. Es werde außerdem daran gearbeitet, Selbsttests mit digitalem Nachweisen zu kombinieren, sodass danach auch andere Geschäfte betreten werden könnten.

Bis dahin müssen Kunden aber jedes Mal einen neuen Selbsttest machen, bevor sie ein anderes Geschäft betreten - selbst wenn es noch am selben Tag ist. "Das ist ein enormer bürokratischer Aufwand", sagte Ohlmann. Viele Einzelhändler seien deshalb verärgert und verunsichert. Er gehe davon aus, dass viele von ihnen "Click & Meet" - also Einkaufen mit Termin - nicht anbieten werden, weil es sich für sie nicht lohne.

Die Test-Vorschriften gelten ab Montag auch für Baumärkte, Gärtnereien, Blumenläden, Schuhgeschäfte und Buchhandlungen, die bisher unabhängig von Inzidenzwerten öffnen durften.

In den meisten Städten und Landkreisen in Bayern wird damit dann großenteils nur Termin-Shopping möglich sein: Am Samstag lag die landesweite 7-Tage-Inzidenz bei 138,6.

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

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