Kein Öl mehr aus Russland? Das wären die Folgen eines Embargos für Wirtschaft und Haushalte

München - Die IHK München und Oberbayern warnt vor "weitreichenden Auswirkungen" eines Öl-Embargos gegen Russland für Wirtschaft und Haushalte.

Bei einem Lieferstopp von Öl aus Russland würden die Spritpreise deutlich ansteigen.
Bei einem Lieferstopp von Öl aus Russland würden die Spritpreise deutlich ansteigen.  © Sven Hoppe/dpa

"Ein Lieferstopp hätte unvorhersehbare Folgen für die Energiemärkte, die schon jetzt extreme Preisausschläge erleben", erklärte eine Sprecherin.

Unter anderem würden die Spritpreise kräftig anziehen. "Angesichts der jüngsten Preisexplosionen agieren schon jetzt viele Betriebe am Rand der Verlustzone - weitere Verschärfungen könnten für viele existenzbedrohend sein."

Dabei importiere Bayern selbst nur einen sehr kleinen Teil von knapp zwei Prozent seines Rohöls direkt aus Russland. "Ein Grund dafür ist, dass Bayern sein Erdöl in vollem Umfang über die Transalpine Pipeline aus dem Hafen Triest in Italien bezieht."

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Rund 75 Prozent der Importe stammen laut IHK aus Kasachstan, Libyen und den USA.

Deutschlandweit sehe die Situation allerdings anders aus, hier sei Russland der größte Rohöllieferant.

Enorme Preiseffekte durch Angebotsverknappung befürchtet

Doch "die Preiseffekte einer Angebotsverknappung an den Rohölmärkten in Folge eines Embargos würden auch die bayerische Wirtschaft und die Privathaushalte voll treffen", heißt es von der IHK. "Die jetzigen Turbulenzen und Preisschübe auf den Energiemärkten wären erst ein Vorbote der Verwerfungen, die sich durch ein Embargo für russisches Erdöl ergeben würden."

Bei Steinkohle ist der prozentuale Anteil der Importe aus Russland mit und 70 Prozent zwar sehr viel höher, sie spielt aber eine weitaus geringere Rolle, da sie nur 1,6 Prozent des bayerischen Energieverbrauchs deckt. Bei Rohöl sind es 37 Prozent. Die bayerischen Steinkohleimporte insgesamt hatten vergangenes Jahr einen Gegenwert von 55 Millionen Euro, die gesamten Rohöl-Importe waren 6,3 Milliarden wert.

Am Donnerstagabend billigten die 27 EU-Staaten Vorschläge der EU-Kommission, die unter anderem einen Importstopp für Kohle vorsehen. Das EU-Parlament hat zudem einen Lieferstopp von Öl und Gas aus Russland gefordert.

Beschließen kann das EU-Parlament solche Sanktionen jedoch nicht.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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