Trübe Aussichten im Einzelhandel: Krieg und Inflation verderben Aufschwung

München - Gut einen Monat nach dem Ende der Maskenpflicht im bayerischen Einzelhandel verderben Krieg, Inflation und Lieferprobleme den dringend nötigen Aufschwung.

Die große Shopping-Lust bleibt aus: Kunden halten sich im Einzelhandel derzeit zurück.
Die große Shopping-Lust bleibt aus: Kunden halten sich im Einzelhandel derzeit zurück.  © Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir hatten gehofft, dass sinkende Corona-Zahlen und steigende Temperaturen für gute Kauflaune sorgen", sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, Bernd Ohlmann, der Deutschen Presse-Agentur.

Doch das werde nun ausgebremst: "Die Leute halten sich zurück, nicht nur bei größeren Anschaffungen."

Vor allem im stationären Bereich jenseits des Lebensmitteleinzelhandels merke man das, sagte Ohlmann. Die Kundenfrequenzen in den Geschäften lägen dort etwa 20 bis 25 Prozent unter den Vor-Corona-Werten, die Umsätze um 20 bis 30 Prozent.

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"Viele Menschen haben Zukunftsängste und es gibt kaum positive Nachrichten", sagte Ohlmann. Da hielten die Kunden ihr Geld eher zusammen.

Gleichzeitig stiegen die von den Lieferanten verlangten Preise, die Energiekosten des Handels selbst und zu allem Überfluss gebe es auch noch Lieferprobleme.

"Da will der Kunde etwas kaufen, und man muss ihm sagen: 'Tut mir leid.'" Und oft könne der Händler noch nicht einmal sagen, wann er das Produkt wieder bekomme.

Zumindest Onlinehandel entwickelt sich positiv, Maske im Einzelhandel auf dem Rückzug

Freiwillig eine Maske tragen? Das machen mittlerweile immer weniger Kunden in Geschäften.
Freiwillig eine Maske tragen? Das machen mittlerweile immer weniger Kunden in Geschäften.  © Sebastian Kahnert/dpa

Die zu Beginn der Corona-Krise befürchtete Pleitewelle sei dagegen bisher nicht eingetreten, sagte Ohlmann. "Und wir sind guter Dinge, dass es auch nicht so kommt."

Vor allem die staatlichen Hilfen und Kurzarbeitergeld hätten sie verhindert. Zudem hätten viele Händler auch alternative Absatzwege wie Lieferdienste oder den Onlinehandel genutzt. "Not macht erfinderisch", betonte er. Dennoch stünden gerade viele für die Innenstädte wichtigen Läden für Kleidung oder Schuhe "mit einem Bein am Abgrund".

Weiter positiv entwickelt sich dagegen der Onlinehandel, auch wenn er nicht mehr ganz so stark boomt, wie zu Beginn der Corona-Krise. Im laufenden Jahr rechne er mit einem Wachstum um 12,4 Prozent auf 13,3 Milliarden Euro Umsatz im Onlinebereich, sagte Ohlmann.

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Damit würde der Anteil am Gesamtgeschäft auf rund 18 Prozent steigen. Insgesamt geht der Handelsverband für das laufende Jahr von 72 Milliarden Euro Umsatz im bayerischen Einzelhandel aus, das wäre etwas mehr als 2021.

Die Maske ist im Einzelhandel laut Ohlmann dagegen inzwischen auf dem Rückzug.

Hatte sie direkt nach der Abschaffung der Pflicht noch auf freiwilliger Basis klar dominiert, werde sie inzwischen nur noch von etwa der Hälfte der Kunden getragen - mit abnehmender Tendenz. Beim Personal sei sie dagegen noch stärker verbreitet.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

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