Weihnachtsgeschäft: Großes Shoppen oder bittere Pleite für Einzelhandel?

München - Die bayerischen Einzelhändler sehen dem Weihnachtsgeschäft dieses Jahr mit gedämpften Erwartungen entgegen.

Brummt das Geschäft in der Vorweihnachtszeit? Der Einzelhandel ist noch skeptisch.
Brummt das Geschäft in der Vorweihnachtszeit? Der Einzelhandel ist noch skeptisch.  © Andreas Gebert/dpa

Der Handelsverband Bayern (HBE) rechnet zwar damit, dass sich die Konsumlaune der Verbraucher in den kommenden Wochen noch etwas aufhellt.

Aber die hohen Energie- und Lebenshaltungskosten bremsten die Kauflust aus: Der Handel wäre "mit einem Weihnachtsgeschäft auf Vorjahresniveau zufrieden", sagte HBE-Präsident Ernst Läuger am Dienstag in München.

Er hoffe, dass trotz der schwierigen Rahmenbedingungen "nicht an Geschenken gespart wird" und der "Umsatz einigermaßen stabil bleibt".

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Für November und Dezember erwartet der HBE einen Gesamtumsatz von 14,5 Milliarden Euro. Das entspräche nominal gut 5 Prozent mehr, inflationsbereinigt aber 4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Auch der Online-Handel werde nach zwei umsatzstarken Corona-Jahren die Kaufzurückhaltung der Kunden im Weihnachtsgeschäft spüren: "Wir rechnen mit einem nominalen Plus von 1,4 Prozent. Dies entspricht 2,3 Milliarden Euro. Real bedeutet dies allerdings ein Minus von 4,5 Prozent", sagte Läuger.

Der bayerische Einzelhandel habe übers Jahr gesehen ganz gute Umsätze gemacht; aber für einige Branchen sei das Weihnachtsgeschäft existenziell wichtig.

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Passanten gehen durch die Münchner Innenstadt. Was wird hier fürs Fest gekauft?  © Lennart Preiss/dpa

Die Spielwarenhändlerin Angela Frey sagte, sie erlebe die Kunden nicht sparsamer, aber bewusster und bedachter beim Einkauf.

Der Modehändler Johannes Huber sagte, die Nachfrage nach Mänteln, Schals und Handschuhen sei bislang gering. Er freue sich jetzt auf Kälte, Schnee, Weihnachtsmärkte und Weihnachtsbeleuchtung.

Die Läger sind laut HBE in der Regel gut gefüllt, Lieferprobleme dürften die Ausnahme sein. Im Bereich Elektronik könnte es vielleicht das ein oder andere nicht sofort geben, sagte HBE-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff.

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Mit Blick auf den stabilen Arbeitsmarkt und Gaspreisbremse warnte er davor, schlechte Stimmung herbeizureden und in Sack und Asche zu gehen.

Wie in den Vorjahren dürften neben Gutscheinen und Geld vor allem wieder Kosmetik, Bücher, Schreibwaren, Uhren, Schmuck, Spielwaren, Sportartikel und Bekleidung unter dem Christbaum liegen.

Keinen Rückenwind erwartet der Handel von der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in Katar: "Da ist eher tote Hose. Das Deutschland-Trikot ist ein Ladenhüter", sagte HBE-Sprecher Bernd Ohlmann.

Titelfoto: Andreas Gebert/dpa

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