Nach Flaschenwürfen und Attacken: Mehr Polizei im Englischen Garten

München - Nach Flaschenwürfen auf Polizisten im Englischen Garten will die Polizei die Präsenz in dem großen Münchner Park verstärken. "Es ist eine Frage der Sozialkontrolle", sagte der Vizepräsident des Münchner Polizeipräsidiums, Michael Dibowski, am Montag.

Nach den jüngsten Vorfällen im Englischen Garten, erhöht München die Polizeipräsenz. (Archiv)
Nach den jüngsten Vorfällen im Englischen Garten, erhöht München die Polizeipräsenz. (Archiv)  © Peter Kneffel/dpa

"Wir werden im Englischen Garten zunehmend Präsenz zeigen." Zahlen, wie viele Polizisten dort künftig patrouillieren sollen, nannte er nicht.

Dibowski hatte den Einsatz geleitet, der am Wochenende Schlagzeilen machte. Dabei waren Polizisten seinen Angaben zufolge wegen einer Schlägerei in den Park gerufen worden. Dort habe sich dann herausgestellt, dass der Grund für die Schlägerei ein sexueller Übergriff auf ein 14 Jahre altes Mädchen gewesen sei.

Das "Eventpublikum" im Park habe die Beamten dann nicht nur an ihrer Arbeit zu hindern versucht, sondern sie auch noch angegriffen. "Es ist kein Spaß mehr, dass man eher einen Sexualtäter schützen will statt zu helfen, dass der erkannt wird", sagte Dibowski.

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19 Polizeibeamte wurden nach Angaben des Präsidiums bei dem Einsatz am Samstag leicht verletzt, rund 50 Flaschen sollen geflogen sein.

"Meine Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Situation helfen wollten und eine Straftat verfolgen mussten, wurden mit zahlreichen Flaschenwürfen von vielen umstehenden Personen angegriffen", kritisierte der Polizei-Vizepräsident. "Die Dynamik, die sich im Englischen Garten entwickelt hat, macht mich tief betroffen."

Sechs Jugendliche und junge Männer im Alter zwischen 15 und 20 Jahren wurden wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte sowie Landfriedensbruchs angezeigt.

Gewerkschaft der Polizei besorgt über Vorfall

Die Polizei setzte bei dem Einsatz Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Kenntnisse von Verletzten hat das Präsidium nach Angaben eines Sprechers allerdings nicht.

Möglicherweise gingen einige der Parkbesucher davon aus, es handle sich um einen Einsatz zum Durchsetzen der Corona-Abstandsregeln. "Ich weiß nicht, ob man da von einem Missverständnis reden kann", sagte Dibowski. Auch wenn es ein Corona-Einsatz gewesen wäre, "rechtfertigt das nicht, Flaschen auf Polizisten zu werfen".

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zeigt sich besorgt über den Vorfall. "Wir als Gewerkschaft der Polizei München stellen fest, dass sich immer mehr Menschen ohne Kenntnis der Sachlage in polizeiliche Maßnahmen einmischen und auch die körperliche Auseinandersetzung mit der Polizei nicht scheuen", sagte Rainer Pechtold, Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand der GdP Bayern, laut Mitteilung.

"Wir fordern die Politik, Medien und die Justiz auf, ihrer Verantwortung zum Schutze meiner Kolleginnen und Kollegen gerecht zu werden und dieser Fehlentwicklung entgegen zu wirken."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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