Oktoberfest in den Sommer verlegen? Frühe Wiesn sorgt für Debatte in München

München - Ein wegen Corona auf den Sommer vorgezogenes Oktoberfest können sich viele Deutsche noch nicht so richtig vorstellen.

Immerhin 31 Prozent der Befragten einer Umfrage finden die Idee gut, das Oktoberfest in den Sommer vorzuverlegen.
Immerhin 31 Prozent der Befragten einer Umfrage finden die Idee gut, das Oktoberfest in den Sommer vorzuverlegen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

40 Prozent der Befragten haben sich in einer Umfrage gegen eine Vorverlegung der Wiesn ausgesprochen.

Allerdings finden auch immerhin 31 Prozent die Idee tendenziell gut, wie die Befragung es Instituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" ergab (Samstagausgabe). Unentschieden sind demnach 29 Prozent der Befragten.

Die Stadt München prüft derzeit eine Vorverlegung des weltgrößten Volksfestes, um eine erneute Absage wegen der Pandemie zu verhindern.

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Ein Arbeitskreis der Stadtratsfraktionen will in der neuen Woche die Argumente ausloten. Bisher ist die Wiesn für dieses Jahr vom 17. September bis 3. Oktober angesetzt.

Prominenter Befürworter einer Sommer-Wiesn ist seit Längerem Bayerns Vize-Regierungschef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (50) von den Freien Wählern. "Wir sollten unsere Feste dieses Jahr insgesamt mehr im Sommer konzentrieren", sagte Aiwanger der Zeitung.

Wie es im Herbst mit Corona weitergeht, sei kaum kalkulierbar. Das Oktoberfest im Sommer könnte seiner Ansicht nach sogar um eine Woche verlängert werden, regte der Freie-Wähler-Chef und Koalitionspartner der CSU an.

Wiesn-Chef Baumgärtner und Polizei weiter skeptisch

Würde die Wiesn verlegt werden, müssten Brauereien, Wirte, Schausteller und die Polizei ganz neu disponieren.
Würde die Wiesn verlegt werden, müssten Brauereien, Wirte, Schausteller und die Polizei ganz neu disponieren.  © Felix Hörhager/dpa

Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (44) hatte dagegen zuletzt gesagt: "Für mich persönlich ist ein Oktoberfest im Juli kaum denkbar. Und im August sind in Bayern die Sommerferien." Brauereien, Wirte, Schausteller und die Polizei müssten dann ganz neu disponieren.

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Bayern hatte die Sommer-Idee kritisch beurteilt. Der Sommer sei einzige Phase, in der rund 30.000 Polizistinnen und Polizisten im Freistaat in großem Umfang Urlaub nehmen und Überstunden abbauen könnten.

Über den Termin entscheiden letztlich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) und Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU). Der Freistaat legt in der Infektionsschutzverordnung fest, ob Volksfeste stattfinden dürfen. 2020 und 2021 wurden sie im Mai abgesagt.

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Zuvor brachte das größte Volksfest der Welt mit rund sechs Millionen Besuchern und Besucherinnen der Wirtschaft jährlich 1,2 Milliarden Euro Umsatz. Allein für Übernachtungen gaben die Gäste gut eine halbe Milliarde Euro aus. Fast eine halbe Milliarde blieb in den Festzelten und Fahrgeschäften.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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