Wirtshaus-Wiesn endet: Veranstalter ziehen Bilanz zum Oktoberfest-Ersatz

München - Hendl, Haxn, Wirtshausmusi und Tracht: Auch wenn heuer das Oktoberfest coronabedingt ausfiel - ein bisschen Wiesn-Stimmung gab es trotzdem in München.

Eine Pferdekutsche fährt durch die Landeshauptstadt. In diesem Jahr musste das größte Volksfest der Welt coronabedingt ausfallen.
Eine Pferdekutsche fährt durch die Landeshauptstadt. In diesem Jahr musste das größte Volksfest der Welt coronabedingt ausfallen.  © Felix Hörhager/dpa

In gut 50 Gaststätten und Biergärten luden Wirte zur "WirthausWiesn" mit "Ozapft is" zum Start am 19. September und traditionellen Schmankerln wie Ochs am Spieß. 

Für Wiesn-Flair sorgten die ungezählten Menschen in Dirndl oder Lederhosen. "Deutlich zeigte sich die Sehnsucht der Menschen nach Lebensfreude, nach etwas, das auch Mut macht", bilanzierte der Sprecher des Vereins der Münchner Innenstadtwirte, Gregor Lemke, zum Abschluss am Sonntag.

Die Gäste hätten sich an Corona-Regeln gehalten und friedlich gefeiert. Auch bei der Polizei war das Fest kein Thema, über Verstöße gegen die Auflagen sei nichts bekannt, sagte ein Sprecher.

"Die Menschen freuten sich über die wiesnmäßig geschmückten Gasthäuser und genossen die typischen Oktoberfest-Schmankerl", sagte Co-Wiesnwirte-Sprecher Christian Schottenhamel.

Um wilde Wiesn-Ersatzfeiern mit hohem Infektionsrisiko zu verhindern, hatte die Stadt zum Start der Aktion auf der Theresienwiese, wo sonst beim Oktoberfest Millionen Liter Bier fließen, ein Alkoholverbot verhängt.

Oktoberfest im nächsten Jahr? Wiesn-Kellnerin ist skeptisch

Unter der Bavaria-Statue trafen sich am Sonntag einige Frauen, die normalerweise auf dem Oktoberfest die Gäste im Hofbräu-Zelt bedienen und am letzten Tag traditionell Kehraus feiern. 16 Tage Maßkrüge schleppen, Schweiß am ganzen Körper, mitunter Schmerzen und Müdigkeit - all das gab es in diesem Jahr nicht auf der Theresienwiese. 

"Das macht man, weil man das Wiesn-Fieber hat", erklärte Beli Babinger, die in diesem Jahr nun mehr Zeit für ihre zwei Kinder hatte. 

Kellner-Kollegin Jil Wegener glaubt nicht, dass im nächsten Jahr alles wie immer sein wird. Bis es einen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe und alle Menschen geimpft seien, werde es dauern, sagte die 36-Jährige, die eigentlich im Gesundheitsbereich arbeitet.

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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