Oktoberfestattentat: Überlebender fordert erneut Opferfonds

München - Ein Überlebender des Oktoberfestattentats von 1980 hat nach der Einstellung der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft die Forderung nach einer besseren finanziellen Unterstützung von Opfern erneuert. 

Ein Sarg wird am 26.9.1980 vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest in München weggetragen. (Archivbild)
Ein Sarg wird am 26.9.1980 vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest in München weggetragen. (Archivbild)  © Frank Leonhardt/dpa

Es solle grundsätzlich ein gemeinsam von Bund und Ländern getragener Opferfonds für derartige Attentate errichtet werden, sagte Robert Höckmayr (51) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Es wird nicht das letzte Attentat bleiben."

Viele Opfer hätten zeitlebens mit den Folgen zu kämpfen und erhöhte Kosten zu stemmen - etwa für Hilfsmittel wie einen Rollstuhl. 

Höckmayr hatte als Zwölfjähriger die Bombenexplosion am 26. September 1980 schwer verletzt überlebt.

Er selbst habe zwei Jahrzehnte lang keine Leistungen erhalten, sagte er.

Das Ergebnis der fünfeinhalbjährigen neuen Ermittlungen, die keine konkreten und strafrechtlich relevanten Hinweise auf Hintermänner oder Komplizen erbrachten, überrasche ihn nicht. 

Er habe nicht erwartet, dass Mittäter gefunden werden könnten. "Es sind ja alle Beweismittel vernichtet worden", sagte Höckmayr. "Es war mir leider Gottes schon klar, dass es so kommen muss."

Dass der Anschlag politisch motiviert war, sei für ihn schon als Kind klar gewesen. Allerdings sei es ein Schritt in die richtige Richtung, dass nun auch seitens der Ermittler die rechtsextremistische Motivation ausdrücklich festgestellt worden sei.

Oktoberfestattentat: Robert Höckmayr leidet noch immer

Höckmayr musste sich 42 Operationen unterziehen und hat bis heute Splitter im Körper. Zwei kleine Geschwister starben damals vor seinen Augen. 

Die Eltern und zwei weitere Geschwister überlebten - die Schwester und der Bruder hätten jedoch die Folgen des Attentats nicht verarbeiten können und sich umgebracht.

Titelfoto: Frank Leonhardt/dpa

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