Opposition attackiert Markus Söder: Soll sich um Bayern und Corona kümmern!

München - Nach dem Ende des gut einwöchigen Machtkampfs in der Union um die Kanzlerkandidatur hat die Landtags-Opposition Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (54) scharf attackiert. Grüne, SPD, FDP und AfD forderten am Dienstag, der Regierungschef solle sich um die wichtigen Probleme kümmern - allen voran um das Coronavirus.

Nach dem Ende des Union-Machtkampfs hat die Landtags-Opposition Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (54) scharf attackiert.
Nach dem Ende des Union-Machtkampfs hat die Landtags-Opposition Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (54) scharf attackiert.  © Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

"Die Auseinandersetzung in CDU und CSU lähmte das Land mitten in der dritten Welle der Pandemie lang genug", sagte Grünen-Fraktionschef Ludwig Hartmann (42) und führte aus: "Ich bin weiterhin fassungslos über den Zustand der einst auf ihre Organisations- und Führungskraft stolzen Union."

Söder habe die Lage eskaliert, dazu beigetragen, "dass die Menschen Werte wie Anstand, Verlässlichkeit und Demut in der Politik vermissen". "Endlich hat dieses absurde Schauspiel ein Ende."

SPD-Fraktionschef Horst Arnold (59) kritisierte: "Söder war auf einem beispiellosen Ego-Trip, der nicht nur CDU und CSU nachhaltig schaden wird."

Jetzt müsse Söder seine Hausaufgaben in Bayern erledigen. "Im wohl schwierigsten Teil der Pandemie haben die Bürger und Bürgerinnen das Recht auf den vollen Einsatz des Ministerpräsidenten."

FDP-Fraktionschef Martin Hagen (40) schrieb auf Twitter, Söder habe sich verzockt und hinterlasse verbrannte Erde. "Er hat die Union fünf Monate vor der Bundestagswahl an den Rand des Abgrunds getrieben und steht am Ende doch mit leeren Händen da. Die Methoden, mit der sich der Franken-Macchiavelli in der CSU immer durchgesetzt hat, sind in Berlin gescheitert."

Hagen erklärte: "Jetzt kann sich unser MP wieder auf Bayern und die Pandemie konzentrieren. Zu tun gibt's genug."

AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner übt Kritik an Verhalten von Markus Söder

AfD-Fraktionschefin Katrin Ebner-Steiner (42) sagte, lange genug habe Söder mit seinem "Ego-Trip" das Land beschäftigt, "anstatt sich den riesigen, wesentlich von ihm mitverursachten Problemen zu widmen".

Die AfD fordert seit langem ein Ende der Anti-Corona-Maßnahmen: Es herrsche "Ausnahmezustand", der durch die geplanten Verschärfungen des Infektionsschutzgesetzes zum Dauerzustand zu werden drohe.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa-Pool/dpa

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