Patrick Lindner plädiert für Schlagerstars bei bekannten Pride-Veranstaltungen

München - Klarer Vorstoß: Der seit 20 Jahren geoutete Schlagerstar Patrick Lindner (59) wünscht sich mehr Offenheit für Schlager bei Christopher Street Days.

Patrick Lindner (59, l.) wünscht sich mehr Offenheit für Schlager auch bei Christopher Street Days. (Archivbild)
Patrick Lindner (59, l.) wünscht sich mehr Offenheit für Schlager auch bei Christopher Street Days. (Archivbild)  © picture alliance/Tobias Hase/dpa

"Musik ist natürlich Geschmackssache, das ist ganz klar", sagte der 59 Jahre alter Musiker in dem am Samstag veröffentlichten "Queerkram"-Podcast des Berliner Bloggers Johannes Kram (53). Auf die Nachfrage, ob er selber bei einem CSD auftreten würde, meinte Lindner, er wolle sich nicht in den Vordergrund drängeln, aber "klar logisch". 

In diesem Jahr fallen die sommerlichen Prides (CSDs) als Großveranstaltung allerdings wegen der Coronavirus-Krise weitgehend aus.

"Wenn wir zum Beispiel so einen CSD in München erleben, in meiner Heimatstadt, wo dann ein großes Get-Together auf dem Marienplatz stattfindet, und man sich dann denkt 'Mein Gott, warum singt da jetzt nicht eine Mary Roos oder eine Ireen Sheer oder Vicky Leandros oder wer auch immer, so wie's dann beim Schlagermove ist in Hamburg, wo ja auch die Community unterwegs ist'", erläuterte Lindner im Podcast. Stattdessen würden lieber entsprechende "internationale Stars hergeholt". 

Er glaube, dass die Mehrheit mehr Spaß hätte, "wenn die jetzt diesen kultigen Schlager hören würden, mitgrölen könnten, feiern könnten". Der offen schwule Lindner ("Das Leben hat uns bunter gemacht"), der eine Stiftung für queere Kinder gegründet hat und Coming-out-Hilfe leisten möchte, sieht sich "als Bindeglied" zwischen homosexueller Community und eher konservativer Hörerschaft in Deutschland.

Mit den Christopher Street Days wird jedes Jahr an Ereignisse Ende Juni 1969 in New York in den Vereinigten Staaten erinnert: Polizisten stürmten damals in Manhattan die Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street und lösten auf diese Weise danach einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen gegen die Willkür aus.

Titelfoto: picture alliance/Tobias Hase/dpa

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