Alte Atomkraftwerke wieder starten: Laut Aiwanger "bleibt uns nix anderes übrig"

München - Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (51, Freie Wähler) fordert wegen der neuerlichen Kürzung der russischen Gaslieferungen die Reaktivierung bereits abgeschalteter Atomkraftwerke.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (51, Freie Wähler) setzt auf Atomenergie als Überbrückung in der Energiekrise.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (51, Freie Wähler) setzt auf Atomenergie als Überbrückung in der Energiekrise.  © Daniel Löb/dpa

Aiwanger plädierte am Dienstag im Deutschlandfunk dafür, insgesamt sechs Atomkraftwerke vorübergehend weiter zu betreiben.

Neben den drei Ende dieses Jahres zur Abschaltung vorgesehenen Meilern sollten seiner Meinung nach auch die drei Atomkraftwerke Gundremmingen C, Brokdorf und Grohnde wieder in Betrieb genommen werden, die Ende 2021 vom Netz genommen worden waren.

"Es bleibt uns in der jetzigen Lage nix anderes mehr übrig", sagte Aiwanger. "Wir könnten sofort zeitnah Gas einsparen, wenn wir das mit Kernkraft abdecken würden."

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Aiwanger forderte die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur auf, bereits jetzt auch Vorsorge für den Winter 2023/24 zu treffen: Spätestens im März oder April nächsten Jahres würden die deutschen Gasspeicher geleert sein.

"Der gesamte Kohle- und Atomausstieg Deutschlands basierte darauf, dass wir die Gasversorgung als sichere Brücke hätten. Wenn diese Brücke jetzt wegbricht, müssen wir neue Brücken installieren."

Dass Russland im kommenden Jahr so viel Gas liefert, dass die Speicher wieder aufgefüllt werden können, hält Aiwanger für unwahrscheinlich: "Natürlich reduzieren die die Menge, um uns am Zittern zu halten."

Titelfoto: Daniel Löb/dpa

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