Arznei-Engpässe in Deutschland: Holetschek setzt auf Vernetzung

München - Nach den Lieferengpässen bei Medikamenten für Kinder fordert Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (58, CSU) eine engere Zusammenarbeit von Kinderärzten, Krankenkassen und Apotheken.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (58, CSU) appelliert an eine unbürokratische Hilfe durch die Krankenkassen.
Gesundheitsminister Klaus Holetschek (58, CSU) appelliert an eine unbürokratische Hilfe durch die Krankenkassen.  © Annette Riedl/dpa

So solle die Versorgung mit Fiebersäften und Antibiotika für Kinder im Freistaat wieder sichergestellt werden, teilte das Ministerium am Samstag mit.

Die Apothekerinnen und Apotheker stellten im Bedarfsfall die Fiebersäfte auch selbst her, sagte Holetschek. Die Kassen müssten dabei ihren Beitrag leisten.

"Es ist wichtig, dass jetzt alle gesetzlichen Krankenkassen anfallende Mehrkosten bei Fiebersäften übernehmen und unbürokratische Hilfe anbieten", sagte der Minister. Die Mediziner und Pharmazeuten wiederum müssten sich vernetzen, um sich bei Engpässen auch über mögliche Alternativen auszutauschen.

Kurz vor Europawahl: CSU und Freie Wähler wollen gegen Fake News vorgehen
München Politik Kurz vor Europawahl: CSU und Freie Wähler wollen gegen Fake News vorgehen

Bereits seit Jahren gibt es in Deutschland Lieferengpässe für Medikamente. Zuletzt gab es besonders Versorgungsprobleme bei Kindermedikamenten wie Fieber- und Hustensäften.

Im Erwachsenenbereich sind beispielsweise Krebsmedikamente, Antibiotika oder auch weit verbreitete Dauermedikamente gegen Bluthochdruck oder zu hohe Cholesterinwerte vom Mangel betroffen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (59, SPD) hat für die kommende Woche einen Gesetzentwurf angekündigt, um die Versorgungslage zu verbessern.

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

Mehr zum Thema München Politik: