Nach Zusammenarbeit mit AfD: Bayerns SPD-Chefin fordert Bürgermeister-Rücktritt

Höchstadt - Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen hat dem 2. Bürgermeister von Höchstadt an der Aisch, Günter Schulz, die Niederlegung seines Amtes oder den Parteiaustritt nahegelegt. 

Natascha Kohnen (52), Vorsitzende der SPD in Bayern, spricht während einer Pressekonferenz anlässlich der Kommunalwahl in Bayern.
Natascha Kohnen (52), Vorsitzende der SPD in Bayern, spricht während einer Pressekonferenz anlässlich der Kommunalwahl in Bayern.  © Daniel Karmann/dpa

Schulz war am vergangenen Montag wohl mit der Stimme des AfD-Stadtrates Christian Beßler zum stellvertretenden Bürgermeister von Höchstadt gewählt worden. 

Der AfD-Mann hatte sein Wahlverhalten bei der geheimen Abstimmung auf der Webseite seiner Partei öffentlich gemacht.

Jegliche Zusammenarbeit mit der AfD verbiete sich für die Sozialdemokratie, sagte Kohnen der Deutschen Presse-Agentur am Montag. 

In der AfD gebe es rechtsextreme Tendenzen. Das sei mit den Werten der Sozialdemokratie in keiner Weise vereinbar. 

"Ich habe das in einem Brief an die Verantwortlichen vor Ort deutlich gemacht", sagte Kohnen. Ähnlich hatte sich zuvor schon der SPD-Kreisvorsitzende Friedrich Müller geäußert.

Günter Schulz hat für den späten Nachmittag ein öffentliches Statement angekündigt. 

In einer ähnlichen Problematik befindet sich Axel Rogner von der Jungen Liste in Höchstadt, die auf Landesebene in die Organisation der Freien Wähler eingebettet ist. Auch seine Wahl zum 3. Bürgermeister war rechnerisch wohl nur durch die Stimme des AfD-Mannes Beßler möglich.

Auch in diesem Fall hatte Beßler öffentlich seine Unterstützung für Rogner erklärt. 

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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