"Schlechtes Vorbild": Münchner CSU hält trotz Kritik an geplantem Präsenzparteitag fest

München - Trotz Kritik aus anderen Parteien hält der Münchner CSU-Bezirksverband an seinem geplanten Präsenzparteitag fest.

Laut Ludwig Spaenle (59, CSU) will die CSU ihre Handlungsfähigkeit herstellen.
Laut Ludwig Spaenle (59, CSU) will die CSU ihre Handlungsfähigkeit herstellen.  © Sven Hoppe/dpa

Wie der Verband am Mittwoch bestätigte, werden zu der Veranstaltung am Donnerstag im Festsaal auf dem Nockherberg zwischen 70 und 80 von insgesamt 89 Stimmberechtigten erwartet.

"Es geht darum, dass die CSU München einfach ihre Handlungsfähigkeit wieder herstellt", sagte Verbandschef Ludwig Spaenle dem Bayerischen Rundfunk (BR24).

"Das tun wir jetzt." Bei dem Parteitag dürfte Justizminister Georg Eisenreich zu Spaenles Nachfolger gewählt werden. Bayerns Ex-Kultusminister hatte seinen Rückzug von der Verbandsspitze im September angekündigt.

Der Vorsitzende der bayerischen Grünen, Eike Hallitzky, kritisierte das Festhalten an der Veranstaltung in Zeiten der Corona-Pandemie. Die CSU sei damit ein "denkbar schlechtes Vorbild", schrieb er auf Twitter. "Wie können wir unter diesen Vorzeichen Menschen zum Durchhalten motivieren, die seit Monaten unter Beschränkungen leiden, deren wirtschaftliche Existenz bedroht ist?"

Landtagsvizepräsident Wolfgang Heubisch (FDP), bezeichnete den Parteitag als "sehr fragwürdiges Zeichen an die Bürger, die mit Durchhalteparolen hingehalten werden".

CSU-Generalsekretär Markus Blume verteidigte die Entscheidung. "Demokratie darf in Corona-Zeiten nicht pausieren", sagte Blume der Abendzeitung (Dienstag).

Alle Regeln würden "strikt eingehalten, mit extra viel Abstand und einem sehr knappen Programm."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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