Präventionshaft! IAA-Gegner nach Autobahn-Aktion verhaftet

München - Nach der Protestaktion gegen die Automesse IAA Mobility auf mehreren Autobahnen im Raum München bleiben mindestens neun Demonstranten bis Sonntagabend in Haft.

Ein Aktivist hängt bei einer Banneraktion an einer Schilderbrücke über der Autobahn A9 bei Fürholzen in Fahrtrichtung München.
Ein Aktivist hängt bei einer Banneraktion an einer Schilderbrücke über der Autobahn A9 bei Fürholzen in Fahrtrichtung München.  © Matthias Balk/dpa

Das Amtsgericht Erding nahm die Frauen und Männer nach Angaben von Gerichtssprecher Thomas Lindinger aufgrund des bayerischen Polizeigesetzes in Präventionshaft.

Wie Lindinger am Mittwoch berichtete, waren nach den Protesten zum Start der IAA am Vortag insgesamt zehn Personen, sechs Frauen und vier Männer, den drei Ermittlungsrichtern des Amtsgerichtes vorgeführt worden.

In neun Fällen wurde bis zum Wochenende Haft angeordnet, eine Person wurde freigelassen. Die Anordnung gilt bis Sonntag 18 Uhr, also für die Dauer der Messe.

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Am Dienstag hatten Aktivisten an mehreren Autobahnen Banner angebracht und sich teils von Autobahnbrücken abgeseilt.

Fernstraßen mussten deswegen vorübergehend gesperrt werden, es bildeten sich teils lange Staus. Die Polizei teilte mit, dass gegen 26 Beteiligte unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung ermittelt werde. Für den Mittwoch kündigte das Münchner Polizeipräsidium noch eine weitere Mitteilung an.

Polizei ermittelt gegen Aktivisten wegen Eingriffs in den Straßenverkehr und Nötigung

"Haft von Klimaaktivist*innen ist illegal und unerträglich", kritisiertem IAA-Gegner auf der Internetseite der "Aktion Autofrei" die Präventionshaft. Abseilaktionen über Autobahnen seien nicht strafbar, meinten die Unterstützer der inhaftierten Aktivisten in einer Erklärung.

"Freie Autofahrt ist kein Grundrecht - Versammlungen schon", betonten sie.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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