SPD-Fraktionschef schießt gegen Markus Söder: "Theatralisch und selbstverliebt"

München/Berlin - Es sind deutliche Worte! SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (61) hat dem bayerischen Regierungschef Markus Söder (53, CSU) unangemessene Selbstinszenierung in der Coronavirus-Krise in Deutschland vorgeworfen.

Markus Söder (53, CSU) wird kritisiert.
Markus Söder (53, CSU) wird kritisiert.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

"Ich bin überrascht, wie theatralisch und selbstverliebt der bayerische Ministerpräsident nach der Ministerpräsidentenkonferenz schon wieder aufgetreten ist", sagte Mützenich der Düsseldorfer Rheinischen Post.

Er verwies darauf, dass Bayern mit die höchsten Infektionszahlen in Deutschland habe.

Söders ständige Forderungen an den Bund und seine Vorschläge in der Corona-Krise änderten nichts daran. "Ich rate ihm sehr, sich mehr um die Dinge in seinem Bundesland zu kümmern, anstatt die gemeinsamen Beschlüsse zu konterkarieren und von bundesweit unausgegorenen Maßnahmen zu fabulieren", führte Mützenich weiter aus.

Bund und Länder hatten am Mittwochabend vereinbart, den geltenden Teil-Lockdown bis zum 10. Januar zu verlängern. Söder warf danach die Frage auf, ob nicht schärfere Maßnahmen nötig seien. "Die Frage ist, ob wir das Land die ganze Zeit in dieser Art von Halbschlaf halten können oder ob wir nicht irgendwann auch mal überlegen müssen, an einigen Stellen sehr deutlich und konsequent tiefer heranzugehen", sagte der CSU-Chef. Söder selbst erwägt eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen - auch zu Silvester.

SPD-Politiker Rolf Mützenich (61) ist Fraktionschef im Bayerischen Landtag.
SPD-Politiker Rolf Mützenich (61) ist Fraktionschef im Bayerischen Landtag.  © Christoph Soeder/dpa

Mützenich betonte, jetzt gehe es darum, gesundheitlich, wirtschaftlich und sozial gut durch die Krise zu kommen. "Und ich bin überzeugt, dass wir das auch über die gesamte Strecke der Corona-Krise leisten können", so der SPD-Politiker. "Natürlich schauen wir uns an, was in den kommenden Monaten an Wirtschaftshilfen notwendig sein wird. Dazu bedarf es dann auch einer beihilferechtlichen Einigung mit der EU-Kommission", fügte er hinzu.

Titelfoto: Montage: Markus Schreiber/AP POOL/dpa, Christoph Soeder/dpa

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