Vergleich der S-Bahnen: Nur eine Stadt ist schlechter als München

Berlin/München - Die pannenträchtige Münchner S-Bahn liegt im bundesweiten Pünktlichkeitsvergleich weit hinten. 

Die Münchner S-Bahnen liegen im bundesweiten S-Bahn-Ranking weit hinten. (Symbolbild)
Die Münchner S-Bahnen liegen im bundesweiten S-Bahn-Ranking weit hinten. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Nur die S-Bahn Frankfurt schneidet im bundesweiten S-Bahn-Ranking schlechter ab.

Das geht aus einer Antwort des Verkehrsministeriums auf eine Bundestagsanfrage der Grünen hervor. 

Demnach waren in München im Jahr 2019 zu Hauptverkehrszeiten 90,9 Prozent aller S-Bahnen pünktlich - in Frankfurt waren es 90,6 Prozent.

Das Ministerium nannte in dem Schreiben die Daten von 13 der 15 S-Bahnen in Deutschland.

Die Auswertung hat allerdings ihre Tücken: Kleinere Verspätungen von weniger als sechs Minuten wurden nicht mitgezählt, das von CSU-Politiker Andreas Scheuer geleitete Ministerium definiert dies in seiner Antwort als "DB-Pünktlichkeit".

Aus dem ministeriellen Schreiben nicht ersichtlich ist, ob komplett ausfallende Züge - ein häufiges Phänomen in München - als unpünktlich gelten oder nicht gewertet werden.

Die Grünen hatten nach der Pünktlichkeit sämtlicher S-Bahnen in Deutschland sowohl im gesamten Tagesverlauf als auch zu den Stoßzeiten gefragt. Nur Frankfurt ist in beiden Kategorien noch schlechter als München.

Die größte Übereinstimmung zwischen Fahrplan und Realität gibt es demnach bei der S-Bahn-Rostock: Dort waren laut Auswertung im vergangenen Jahr 99,1 Prozent der Züge zu Stoßzeiten pünktlich. Das bedeutet, dass nach den offiziellen Daten in Rostock im Schnitt nur jede hundertste S-Bahn verspätet fährt, in München ist es dagegen jede elfte.

Die Nürnberger S-Bahn liegt mit 96,5 Prozent pünktlichen Zügen eher im oberen Bereich der Tabelle.

Eine Frage ließ das Ministerium unbeantwortet: "In welchen S-Bahn-Netzen kommt es zu regelmäßigen Überlastungssituationen oder sind Taktverdichtungen netzbedingt nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich?"

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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