Option ungültig? Sararer-Krimi bei Türkgücü: Beide Seiten sehen sich nun vor Gericht

München - Es kracht bei Türkgücü! Die Münchner wollen Sercan Sararer (31) an den Verein binden, verfügen über eine entsprechende Option im Vertrag des Spielers. Das Problem: Der 31-Jährige will weg - und die Klausel ist wohl nichtig.

Sercan Sararer (31) will Türkgücü München im Sommer verlassen - und zwar ablösefrei. Der Verein sieht das allerdings ein wenig anders.
Sercan Sararer (31) will Türkgücü München im Sommer verlassen - und zwar ablösefrei. Der Verein sieht das allerdings ein wenig anders.  © imago images/kolbert-press

"Sercan Sararer wird in der nächsten Saison nicht für Türkgücü München spielen." Die Wortwahl von Sararer-Berater Michael Ruhnau gegenüber dem kicker lässt keinerlei Raum für Spekulationen, die Zukunft seines Klienten scheint eindeutig geregelt.

Was sich beschlossen und im Fußballgeschäft nur allzu alltäglich anhört, ist in diesem Fall aber wohl nicht ganz so einfach. Der Arbeitgeber des Spielers sieht die Sachlage nämlich etwas anders. Auslöser ist eine Klausel im Arbeitspapier des Rechtsfußes.

Als Sararer, der zu diesem Zeitpunkt nach einem kurzen Gastspiel beim Karlsruher SC einmal mehr vereinslos war, im Januar 2020 bei den Münchnern einen Vertrag unterzeichnete, verankerten die Verantwortlichen in diesem eine wichtige Klausel.

Jene sollte es dem Klub aus der Landeshauptstadt ermöglichen, das bis zum Sommer 2021 laufende Arbeitspapier ohne Mitspracherecht der anderen Seite zu verlängern. Sararer überzeugte im Dress des Vereins, Türkgücü aktivierte die Vertragsoption.

Das Problem? Die Gültigkeit! Da die Klausel wohl vom Klub, nicht aber vom Akteur gezogen werden kann. Die "Registrierung von Sercan für die nächste Saison" habe der Bayerische Fußball-Verband (BFV) laut Ruhnau deshalb folgerichtig abgelehnt.

Denn solch eine einseitig nutzbare Vertragsbedingung ist seit Jahren nicht mehr zulässig. Für Ruhnau ist die Sachlage deshalb eindeutig und absolut nicht diskutabel: Sararer wird im kommenden Sommer gehen - und das ablösefrei.

Türkgücü München verkündet Verlängerung mit Sercan Sararer: Ist die Klausel ungültig?

Max Kothny (24), Geschäftsführer von Türkgücü München, und der Klub wollen Sercan Sararer weiterhin binden.
Max Kothny (24), Geschäftsführer von Türkgücü München, und der Klub wollen Sercan Sararer weiterhin binden.  © Sven Hoppe/dpa

Konträr dazu äußerte sich Verein auf seiner offiziellen Homepage, auf welcher am zurückliegenden Dienstag (27. April) die Verlängerung mit dem früheren Bundesliga-Profi bis zum 30. Juni des Jahres 2022 verkündet wurde.

"Türkgücü München freut sich über der Fortsetzung der seit knapp eineinhalb Jahren äußerst ergiebigen Zusammenarbeit", ist auf der Seite zu lesen.

Die Verlängerung sei demnach nur "der folgerichtige Schritt, nachdem Sercan mit teilweise exzellenten Leistungen überzeugen konnte".

Immerhin in diesem Punkt dürfte es keine zwei Meinungen geben: In der 3. Liga bringt es der ehemalige Nationalspieler der Türkei (12 Spiele) in der laufenden Saison auf 28 Einsätze. Er konnte zehnmal als Torschütze sowie zwölffach als Vorlagengeber glänzen und ist für Türkgücü aufgrund seiner Präsenz auf dem Feld und der gezeigten Leistungen praktisch unverzichtbar.

Trotz der erfolgreichen gemeinsamen Zeit ist das Tischtuch nun endgültig zerschnitten.

Titelfoto: imago images/kolbert-press

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