Soziale Schieflage in Bayern: DGB wird am Tag der Arbeit deutlich

München - Klare Worte zur Lage: Zum Tag der Arbeit beklagt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Bayern.

Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Verena di Pasquale (56) übt Kritik. Anlass ist eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Bayern.
Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Verena di Pasquale (56) übt Kritik. Anlass ist eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in Bayern.  © Daniel Karmann/dpa

Knapp eine Million Menschen im Freistaat arbeiteten für weniger als den Niedriglohn von 11,21 Euro, kritisierte die stellvertretende Landesvorsitzende Verena di Pasquale (56) am Samstag zur aktuellen Lage. Fast drei Viertel aller Niedriglohnbeschäftigten seien Frauen.

"Corona schleudert Frauen und Familien mit Lichtgeschwindigkeit zurück in alte Rollenbilder", wird di Pasquale einer Pressemitteilung zitiert.

"Es sind die Frauen, die ihre Familien durch die Pandemie steuern, mit unbezahlter Familienarbeit und oft auf Kosten ihrer Einkommen", ist zu lesen.

Viele Maikundgebungen finden heuer wegen der Coronavirus-Pandemie nicht statt. Der bayerische IG Metall-Bezirksleiter Johann Horn (63) wollte eigentlich in Augsburg sprechen, doch die dortige Veranstaltung wurde kurzfristig abgesagt.

Horn nahm stattdessen eine Videobotschaft auf, in welcher er forderte, Vermögensmillionäre stärker zur Finanzierung von staatlichen Aufgaben wie Bildung, Gesundheitswesen und darüber hinaus auch digitaler Infrastruktur heranzuziehen.

Gleichzeitig warf Horn Querdenkern und Corona-Leugnern vor, sich mit Rechtsextremen zu verbünden. Stattfinden sollte in der Mittagszeit eine Gewerkschaftskundgebung auf dem Münchner Königsplatz mit mehreren Hundert Teilnehmern. Abgesehen davon hatten Autonome und weit links stehende Gruppen Kundgebungen in München, Nürnberg und Augsburg angemeldet.

Die größte Demonstration am Maiwochenende mit 6000 angemeldeten Teilnehmern war aber von Motorradfahrern in Nürnberg geplant. Diese wollen gegen von ihnen befürchtete Einschränkungen und Fahrverbote protestieren.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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