Jonas Kaufmann: Streaming-Konzerte haben Beigeschmack

München/Wien - Es ist nicht so, wie es sein müsste: Startenor Jonas Kaufmann (51) kann dem in der Coronavirus-Krise etablierten Streaming von Opern oder Konzerten ohne Publikum vor Ort höchstens als Notlösung etwas abgewinnen.

Jonas Kaufmann (51) kann dem in der Corona-Krise etablierten Streaming von Opern oder Konzerten nur als Notlösung etwas abgewinnen.
Jonas Kaufmann (51) kann dem in der Corona-Krise etablierten Streaming von Opern oder Konzerten nur als Notlösung etwas abgewinnen.  © Georg Hochmuth/APA/dpa

"Ich habe es begrüßt, dass man das überall gemacht hat. Man hat einen Weg gesucht, das Publikum zu finden. Aber das war's jetzt auch", sagte der 51-Jährige gebürtige Münchner im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur in Wien. 

Die so wichtige Magie, die zwischen Zuhörer und Künstler in einem Raum entstehe, bleibe über den Bildschirm im leeren Raum für beide Seiten auf der Strecke - etablierte Formate wie die Live-Übertragung mit Publikum ausgenommen.

Im Juli eröffnete Kaufmann das Livestream-Programm der New Yorker Metropolitan Opera mit einem Geister-Konzert aus dem bayerischen Kloster Polling. "Es hat einen sehr schalen Beigeschmack, wenn man einfach in den Raum hinein singt, ohne dass es irgendwas bewirkt, ohne dass es irgendwo heraus hallt", beschreibt er. Reaktionen online seien nicht das Gleiche wie Applaus des Publikums.

Ab dem 27. September dieses Jahres steht Jonas Kaufmann in Verdis "Don Carlos" in an der Wiener Staatsoper entsprechend wieder auf der Bühne. 

Anfang des Monats erschien sein Kammermusik-Album "Selige Stunde", das er mit Pianist Helmut Deutsch (74) während des Lockdowns zu Hause aufgenommen hat.

Titelfoto: Georg Hochmuth/APA/dpa

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