Wieder Warnstreik in Bayern: Hier fahren weder Bus noch Bahn

Regensburg - An den Warnstreiks im öffentlichen Dienst in Bayern beteiligen sich in dieser Woche vor allem städtische Einrichtungen, Wasser- und Schifffahrtsämter und Kliniken. 

Krankenhaus-Mitarbeiter befestigen am Klinikum Schwabing während eines Warnstreiks Plakate mit der Aufschrift "Gesundheit braucht genug Personal" und "Mehr von uns ist besser für Alle".
Krankenhaus-Mitarbeiter befestigen am Klinikum Schwabing während eines Warnstreiks Plakate mit der Aufschrift "Gesundheit braucht genug Personal" und "Mehr von uns ist besser für Alle".  © Sven Hoppe/dpa

Am Montag gab es beispielsweise Aktionen in Regensburg, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. 

In den nächsten Tagen wollen Beschäftigte in München, Kempten, Nürnberg, Augsburg, Schweinfurt, Bamberg und der Oberpfalz ihre Arbeit zeitweise niederlegen. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass anders als in den zurückliegenden Tagen die Bürger nur wenig von den Warnstreiks beeinträchtigt werden.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro. 

Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Die Kommunen haben derzeit allerdings coronabedingt Finanzsorgen. Der Deutsche Beamtenbund dbb hatte am Wochenende mit einer Ausweitung der Warnstreiks gedroht, falls der Bund und die Kommunen kein akzeptables Angebot vorlegen. Der Beamtenbund vertritt zusätzlich zu den Beamten 400.000 Angestellte.

Update 14.30 Uhr: Öffentlicher Dienst setzt Aktionen fort - auch wieder Bus und Bahn

Ein streikender Busfahrer steht vor einem Bus in Regensburg. Verdi kündigt weitere Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr an.
Ein streikender Busfahrer steht vor einem Bus in Regensburg. Verdi kündigt weitere Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr an.  © picture alliance / dpa

Am Freitag sollen in Bayern erneut Busse und Bahnen zeitweise pausieren. 

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Landshut, Bamberg, Schweinfurt sowie Fürth betroffen sein. 

"Uns ist wichtig: Wir wollen nicht die Fahrgäste bestreiken, sondern die Arbeitgeber", sagte Verdi-Sprecher Kai Winkler am Montag. Deshalb sollen die Ausstände nur bis mittags gehen. In München soll es den Busverkehr treffen, U-Bahnen sollen aber ganztags fahren.

Verdi hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen. Die Arbeitgeber stünden demnach einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber.

Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort laufenden Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um Spartentarifverträge. 

Weil diese sich aus Sicht der Gewerkschaft im Laufe der Jahre in den einzelnen Ländern auseinanderentwickelt haben, möchte Verdi sie nun durch eine bundesweite Regelung ergänzen. 

Titelfoto: picture alliance / dpa

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