Vergiftete Getränkeflaschen in Supermärkten: Hat Verdächtige noch weitere Taten begangen?

München - Im Fall vergifteter Getränkeflaschen in Münchner Supermärkten haben die Ermittler neue Erkenntnisse. 

Im Fall vergifteter Getränkeflaschen in Münchner Supermärkten haben die Ermittler neue Erkenntnisse. (Symbolbild)
Im Fall vergifteter Getränkeflaschen in Münchner Supermärkten haben die Ermittler neue Erkenntnisse. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Einer schon festgenommenen Verdächtigen könnten wohl ältere Taten zugeschrieben werden, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. 

Polizei und Staatsanwaltschaft wollen im Rahmen der täglichen Pressekonferenz des Münchner Polizeipräsidiums um 11.30 Uhr über Details hinsichtlich des schockierenden Falls informieren.

Im März und April waren vier manipulierte Flaschen in zwei Münchner Supermärkten aufgetaucht. 

Drei Kunden hatten die vergifteten Flaschen gekauft und daraus getrunken. Zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren mussten laut Polizei sofort medizinisch behandelt werden.

Auch einem 48-jährigen Kunden soll es nach dem Verzehr schlecht gegangen sein. Die Dosis des Gifts hätte nach Einschätzung der Ermittler tödlich wirken können.

Die psychisch kranke Frau war Anfang des Monats Juni festgenommen worden.

Das Motiv der 56-Jährigen galt damals als unklar.

Update 11.57 Uhr: Verdächtige soll schon 2018 Giftanschlag verübt haben

Die Verdächtige im Fall vergifteter Getränkeflaschen in Münchner Supermärkten soll auch für die Vergiftung zweier Kinder im Kulturzentrum Gasteig im November 2018 verantwortlich sein. Das sagte der Leiter des Kriminalkommissariats 11 der Münchner Polizei, Josef Wimmer, am Donnerstag. 

Die beiden damals sieben und zehn Jahre alten Kinder hätten nach dem Trinken Schwindelgefühle gehabt, sich erbrochen und eine Nacht im Krankenhaus bleiben müssen. Es gebe unter anderem Zeugen, die eine auffällige Frau damals bei der Veranstaltung gesehen hätten.

Wimmer sagte, die Beamten gingen davon aus, dass die Frau seit 2018 wahllos mit Gift hantiert habe. Sie äußere sich nach wie vor nicht zu den Vorwürfen. 

Der Sprecher des Münchner Polizeipräsidiums, Marcus da Gloria Martins, betonte, die Frau sei nicht nur im Raum München unterwegs gewesen, sondern auch überregional. Bislang gebe es keine Hinweise, dass sie auch im Nachtleben, etwa in Bars, war.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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