Zehn Punkte, keine Verbote: So will die Regierung das Klima retten

München - Der Zehn-Punkte-Plan der Regierung in Bayern für mehr Klimaschutz liest sich wie ein Wunschzettel. Verbote oder rechtliche Vorgaben gibt es keine. Die Handlungsfelder im Überblick.

Markus Söder (53, CSU) ist der Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (53, CSU) ist der Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa

Umbau des Waldes: Bis zum Jahr 2025 sollen 30 Millionen Bäume im bayerischen Staatswald gepflanzt werden. Hinzu kommen darüber hinaus auch Forschungsprogramme für sogenannte klimatolerante Bäume und die Stärkung der Klimaforschung in den bayerischen Nationalparken.

Renaturierung der Moore: Bayernweit sollen möglichst viele Moore geschützt werden. Unter anderem soll es ein neues Moorwaldprogramm mit 147 Maßnahmen und ein Moorbauernprogramm geben. Vorgesehen ist ferner die Förderung moorverträglicher Bewirtschaftungsformen auf 20.000 Hektar Fläche bis zum Jahr 2029.

Schutz des Wassers: Um Auenlandschaften als CO2-Speicher zu schützen, wird an der Donau bei Neuburg ein 2000 Hektar großes Auwald-Schutzgebiet ausgewiesen.

Agrar und Ernährung: Der Ökolandbau soll in Bayern bis 2030 auf 938.000 Hektar ausgebaut werden. Zudem wird die Forschung zur klimaangepassten und entsprechend klimaschonenden Landwirtschaft intensiviert.

Innovationen: In Augsburg wird ein Zentrum für Klimaresilienz und Klimaforschung eingerichtet. Das Ressourceneffizienz-Zentrum wird zum "Clean-Tech-Hub für Kreislaufwirtschaft der Zukunft" ausgebaut. Bei Resilienz geht es um die Robustheit und Stabilität von Ökosystemen.

Energie: In den Staatswäldern sollen etwa 100 neue Windkraftanlagen entstehen, ein Energieeffizienzfonds wird eingerichtet und das 10.000-Häuser-Förderprogramm für energieeffizientes Bauen und Sanieren ausgeweitet. Die umstrittene 10-H-Regel, die den Bau von Windanlagen in der Nähe von Siedlungen regelt, soll aber weiter gelten.

Die Natur soll in Bayern stärker im Fokus stehen.
Die Natur soll in Bayern stärker im Fokus stehen.  © Armin Weigel/dpa

Klimaschutz soll in Bayern eine größere Rolle spielen! Staatliche Fahrzeugflotte im Visier

Mobilität: Der öffentliche Personennahverkehr soll attraktiver und das Netz soll ausgebaut werden. Das 365-Euro-Jugendticket für Schüler und Auszubildende soll mehr Menschen in Busse und Bahnen bringen.

Klimaarchitektur: Schon beim Städte(um)bau sollen Klimafolgen besser mitgedacht werden. Die Umweltinitiative "Stadt. Klima. Natur" soll dazu Impulse geben. Zudem werden städtebauliche Modellprojekte zu einem energieeffizienten Städtebau von der Regierung gefördert.

Holzbau: Der nachwachsende Rohstoff soll wieder verstärkt bei Bauvorhaben im staatlichen Hochbau genutzt werden. Dazu werden Leuchtturmprojekte besser gefördert und die Forschung gestärkt.

Verkehr: Die staatliche Fahrzeugflotte soll bis 2025 mit 66 Prozent weniger Verbrennungsmotoren auskommen. Bei Neuanschaffungen sollen etwa Elektro- oder Hybridfahrzeuge bevorzugt gekauft werden.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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