Wie Markus Gisdol den 1. FC Köln aus dem Keller holt

Köln - Der Anfang war hart. Schon vor dem ersten Training mit dem Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln schlug Markus Gisdol Spott und Häme entgegen. Der 50-Jährige galt vielen als C-Lösung.

Kölns Trainer Markus Gisdol jubelt nach dem Schlusspfiff über den 2:0-Sieg bei Bayer Leverkusen.
Kölns Trainer Markus Gisdol jubelt nach dem Schlusspfiff über den 2:0-Sieg bei Bayer Leverkusen.  © dpa/Marius Becker

Und die Kritiker durften sich angesichts von nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen bei RB Leipzig (1:4), gegen den FC Augsburg (1:1) und bei Union Berlin (0:2) zunächst bestätigt fühlen.

Doch Gisdol ließ das scheinbar an sich abprallen.

"Man nimmt das natürlich wahr. Aber ich habe versucht, das auszublenden", sagte er seinerzeit.

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Und Huub Stevens, einst sein Nachfolger bei 1899 Hoffenheim, erklärte, dass Gisdol nicht der Richtige sei.

Der Wind hat sich mittlerweile gedreht. Gisdol geht beim 1. FC Köln voran.

Nach zwölf Punkten in den folgenden fünf Spielen geht der 1. FC Köln auf Augenhöhe in das Spiel am Sonntag gegen den SC Freiburg (15.30 Uhr/Sky).

Der FC ging als krasser Außenseiter in das Derby gegen Bayer Leverkusen, und Gisdol brachte die Eigengewächse Jan Thielmann (17), Noah Katterbach (18) und Ismail Jakobs (20) von Beginn an.

Nach Fehlstart: 1. FC Köln wieder in der Spur

Kölns Trainer Markus Gisdol (l) und Jhon Cordoba jubeln.
Kölns Trainer Markus Gisdol (l) und Jhon Cordoba jubeln.  © Marius Becker/dpa

Das 2:0 gegen Leverkusen war der Auftakt zu einer Serie von vier Siegen in Serie gegen Leverkusen, in Frankfurt (4:2), gegen Werder Bremen (1:0) und Wolfsburg (3:1).

Der Mut zur Verjüngung setzte offenbar auch Energien bei denjenigen frei, die in der Domstadt bislang enttäuschten. Zum Beispiel bei Jhon Cordoba, der einst für einen achtstelligen Millionen-Betrag nach Köln kam.

Der Kolumbianer hatte mit vier Toren und weiteren Torbeteiligungen zu der Siegesserie maßgeblich beigetragen. Dazu bewies Gisdol mit dem Transfer von Mark Uth möglicherweise das richtige Näschen.

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Dass unpopuläre Entscheidungen auch Unzufriedenheit hinterlässt, war zu erwarten.

Der China-Rückkehrer und einstige Goalgetter Anthony Modeste, der den FC 2017 mit 25 Toren in den Europacup geschossen hatte, gehört zu den Leidtragenden der Personalentscheidungen. Seine versteckte Kritik («Wenn ich auf der Bank sitze, habe ich Frust») blieb für Kölner Verhältnisse fast schon ungehört.

So konnte auch das jüngste 1:5 in Dortmund die Hochstimmung beim 1. FC Köln nur kurz trüben. «Markus marschiert ganz hervorragend vorne weg.

Er hat die notwendige Klarheit und Ruhe, die man in so einer Situation braucht», sagte dann auch Kölns Sportchef Horst Heldt, der zeitgleich mit Gisdol verpflichtet worden war.

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