Irrer Elfer-Krimi! 1. FC Saarbrücken bezwingt Düsseldorf und zieht ins Pokal-Halbfinale ein

Völklingen - Was für ein Wahnsinnsspiel! Der 1. FC Saarbrücken hat Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal-Viertelfinale mit 8:7 nach Elfmeterschießen besiegt und ist ins Halbfinale eingezogen.

FCS-Keeper Daniel Batz (M.) parierte im Spiel den Strafstoß von Rouwen Hennings (nicht im Bild) und im Elfmeterschießen gleich vier weitere Elfer.
FCS-Keeper Daniel Batz (M.) parierte im Spiel den Strafstoß von Rouwen Hennings (nicht im Bild) und im Elfmeterschießen gleich vier weitere Elfer.  © dpa/Thomas Frey

Die Saarländer schrieben damit Pokal-Geschichte geschrieben und erreichten als erster Viertligist die Runde der letzten Vier des 1935 gegründeten Wettbewerbs.

Tobias Jänicke hatte den FCS in der 31. Minute in Führung gebracht. Nachdem Rouwen Hennings gegen Ende (83.) mit einem Foulelfmeter an Keeper Daniel Batz gescheitert war, gelang Zanka in der 90. Minute nach Vorlagen von Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier der Ausgleich.

Für den Sieg der Saarländer vor 6800 Zuschauern in Völklingen sorgte Zanka dann, als er beim letzten Elfmeter an Batz scheiterte. Der FCS steht erstmals seit 1985 wieder im Halbfinale.

Die Fortuna musste nach dem leichten Aufschwung unter dem neuen Trainer Uwe Rösler dagegen einen herben Rückschlag hinnehmen und verpasste die Gelegenheit, das vermeintlich leichteste Los zum ersten Halbfinaleinzug seit 33 Jahren zu nutzen.

Dass Rösler nach nicht mal einer halben Stunde erstmal lautstark schimpfte, hatte Gründe. Seine Mannschaft verbuchte viel mehr Ballkontakte, viel mehr Chancen.

Saarbrückens Torwart Daniel Batz wird zum Spieler des Spiels und hält fünf (!) Elfmeter!

Saarbrücken-Keeper Daniel Batz (Dritter von links) avancierte zum Helden!
Saarbrücken-Keeper Daniel Batz (Dritter von links) avancierte zum Helden!  © dpa/Thomas Frey

Ob Rouwen Hennings (9. Minute) zu Beginn mit einem 20-Meter-Schuss und gegen Ende mit einem Foulelfmeter (83.) oder Alfredo Morales mit einem Kopfball (26.) oder später immer wieder der erst 18 Jahre Kelvin Ofori bei seinem ersten Startelf-Einsatz im Profi-Fußball - der Ball wollte nicht ins Tor.

Vor allem auch, weil Saarbrückens Batz mehrfach wie beim Elfer glänzend parierte und einen Tag erwischte, den ein Underdog im Duell mit einem Favoriten braucht.

Die Gastgeber, die seit vier Jahren in Völklingen wegen Baumaßnahmen am Ludwigsparkstadion spielen, hielten mit ihren Mitteln dagegen.

Im 1. FC Köln und in Jahn Regensburg sowie Karlsruher SC hatte der aktuelle Tabellenführer der Regionalliga Südwest ja auch schon einen Erst- und zwei Zweitligisten ausgeschaltet.

Die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok ließ sich auch vom verletzungsbedingten Ausfall von Innenverteidiger Boné Uaferro nach einer guten Viertelstunde nicht beirren. Im Gegenteil: Nach einer guten halben Stunden kannten die FCS-Fans auf den Rängen kaum ein Halten mehr, als Jänicke zum 1:0 traf. Ein Konter wie aus dem Lehrbuch.

Auch nach der Pause änderte sich an den Spielanteilen wenig, Düsseldorf war angetrieben von Ofori deutlich mehr im Ballbesitz, scheiterte aber immer wieder mit seinen Chancen. Der vergebene Elfmeter schien sinnbildlich. Aber dann: Bei einer Ecke rückte Fortuna-Keeper Kastenmeier mit in den Strafraum und legte per Kopfball Zanka auf.

Es war der 30. Torversuch der Düsseldorfer. Im Stadion wurde es sofort ruhig. Zuschauer und Spieler erholten sich aber schnell, die ersten Chancen in der Verlängerung hatten die Saarbrücker. Die Entscheidung fiel aber erst im Elfmeterschießen.

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