Gelingt Union die Pokal-Rache? Eiserne kündigen "ernstes Gespräch" mit Ultras an

Berlin - Die Pokal-Vorfreude und die Lust auf Fußball will sich Urs Fischer auch durch den Wirbel um die Fan-Beleidigungen gegen Dietmar Hopp nicht nehmen lassen.

Union bekommt es zum dritten Mal in dieser Spielzeit mit Bayer Leverkusen zu tun.
Union bekommt es zum dritten Mal in dieser Spielzeit mit Bayer Leverkusen zu tun.  © Uwe Anspach/dpa, Andreas Gora/dpa

Während der 1. FC Union die Aufarbeitung des Fast-Abbruchs der Bundesligapartie gegen den VfL Wolfsburg mit den verantwortlichen Anhängern startet, steht der Schweizer Coach mit den Berlinern beim DFB-Pokal-Viertelfinale bei Bayer Leverkusen vor einer großen Chance.

"Es bedarf einer besonderen Leistung, wenn wir hier weiterkommen wollen", sagte Fischer vor der Begegnung am Mittwoch (18.30 Uhr/Sport1 und Sky). Die Partie sei kein "Bonus-Spiel", sagte Fischer: "Sonst hätten wir eigentlich gar nicht mitmachen müssen. Unser Ziel ist es, sich für die nächste Runde zu qualifizieren."

Neben dem Sportlichen sind bei den Köpenickern allerdings weiter die Schmähungen von Hoffenheim-Mäzen Hopp im Fokus. Der Club will Gespräche mit der Gruppe von Anhängern führen, die für die beiden Plakate verantwortlich war, die zur langen Unterbrechung des Spiels gegen Wolfsburg führten.

"Es wird ein ernstes Gespräch, es wird ein deutliches Gespräch", sagte Union-Sprecher Christian Arbeit. Die Berliner Polizei nahm Ermittlungen gegen Unbekannt "wegen des Verdachts der Bedrohung im Zusammenhang mit einem Spruchband und einem Porträtplakat" von Hopp auf.

Fans aussperren ist für Union der falsche Ansatz

Union-Fans halten ein Banner mit Dietmar Hopp im Fadenkreuz in die Höhe.
Union-Fans halten ein Banner mit Dietmar Hopp im Fadenkreuz in die Höhe.

Arbeit sagte, der Reflex "alle raus, alle wegsperren" sei noch nie der Ansatz von Union gewesen und werde es auch jetzt nicht sein. Am Sonntag habe es bereits viele Debatten innerhalb der Köpenicker Fangemeinde gegeben.

"Die Einheit unseres Stadions ist eine Qualität, die sehr viele Menschen sehr zu schätzen wissen und für die sie auch bereit sind, zu kämpfen und einiges in die Waagschale zu werfen."

Union-Coach Urs Fischer betonte, dass er trotz der aufgeheizten Debatte nicht grundsätzlich schwarz sehe. "Ich habe ganz tolle Spiele gesehen, und natürlich gibt es diese Spiele wie bei uns gestern. Es gilt zu vermeiden, dass solche Dinge noch einmal passieren."

Deshalb dürfte der Club auch darauf hinwirken, dass der Protest gegen den Deutschen Fußball-Bund beim Pokalspiel in Leverkusen nicht erneut über Beleidigungen von Hopp artikuliert wird.

Diese Saison traf Union bereits zweimal auf den Werksclub. Nach einer schwachen Leistung beim 0:2 auswärts in der Hinrunde hatten die Köpenicker beim spektakulären 2:3 vor gut zwei Wochen erst in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer kassiert.

"Wir haben daraus gelernt", versprach Verteidiger Marvin Friedrich und kündigte einen Auftritt mit "viel Selbstvertrauen" an. "Wir hatten Leverkusen am Rande der Niederlage hier zuhause. Natürlich ist es jetzt ein Auswärtsspiel, aber ich bin mir sicher, dass wieder einige Fans mitkommen werden und dann versuchen wir, einen Pokalfight abzuliefern."

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