Union besser als Bayern! Eisernes Abwehr-Bollwerk übertrumpft derzeit sogar den Rekordmeister

Berlin - Mit dem Derbysieg im Rücken will der 1. FC Union Berlin beim kriselnden Karnevalsclub 1. FSV Mainz 05 erneut punkten. Helfen soll dabei Köpenicks enorm starke Defensive, die derzeit sogar die Abwehr des Deutschen Rekordmeisters übertrumpft.

Neuer Stabilisator: Neven Subotic hat sich nach seinem Wechsel nach Berlin schnell im Team eingefunden.
Neuer Stabilisator: Neven Subotic hat sich nach seinem Wechsel nach Berlin schnell im Team eingefunden.  © DPA

Momentan ist der 1. FC Union nicht nur punktetechnisch voll im Soll, auch spielerisch können die Köpenicker in Deutschlands Fußball-Beletage mithalten. Besonderes Prunkstück ist die eiserne Defensive.

Lediglich 15 Mal musste Union-Goalie Rafael Gikiewicz hinter sich greifen, somit stehen die Köpenicker vor dem FC Bayern München, der bisher 16 Gegentreffer kassierte.

Maßgeblich am eisernen Bollwerk beteiligt sind zwei Glücksgriffe des Managers Oliver Ruhnert.

Mit Keven Schlotterbeck und Neven Subotic verpflichtete der Ex-Chef der Schalker Knappenschmiede zwei hochkarätige Innenverteidiger, die sich in kürzester Zeit integrierten. Besonders Schlotterbeck stellt wohl die größte Überraschung dar. Der Neuzugang aus Freiburg wurde als eine Art Konkurrenz-Anheizer geholt und konnte bei seinen sechs Einsätzen über 90 Minuten jeweils überzeugen.

Neben Schlotterbeck schlug auch Subotic voll ein. Hinter dem Transfer des ehemaligen BVB-Stars stand im Sommer noch ein großes Fragezeichen, da keiner genau wusste, ob der Serbe noch das Leistungspotenzial aus Dortmunder Zeiten besitzt.

Nach nun zehn absolvierten Bundesliga-Spielen ist klar: Der zweimalige Deutscher Meister kratzt an seiner Form aus der Kloppo-Ära. Als Routinier lenkt er die eiserne Defensive, gibt der unerfahrenen Mannschaft jede Menge Rückhalt und bildet ausgerechnet mit einem Ex-Schalker die große Konstante im Köpenicker Bollwerk.

In Marvin Friedrich fand Subotic nämlich seinen königsblauen Pendant. Unions Aufstiegs-Abwehrchef, im Sommer vom FC Augsburg gekommen, wechselte nach kräftezehrenden Verhandlungen in die Bundeshauptstadt und hatte keinerlei Probleme die Form aus Zweitliga-Zeiten zu bestätigen. Außer gegen seinen Ex-Verein absolvierte Friedrich jedes Spiel über volle Distanz und ist für Union momentan unverzichtbar.

Schwierige Personalplanung: Wird Unions XXL-Kader zum Problem?

Eiserne Leistungsträger: Christopher Lenz (e.v.l.) und Marvin Friedrich (z.v.l.) sind aus der Eisernen Defensive nicht mehr wegzudenken.
Eiserne Leistungsträger: Christopher Lenz (e.v.l.) und Marvin Friedrich (z.v.l.) sind aus der Eisernen Defensive nicht mehr wegzudenken.  © DPA

Ebenfalls maßgeblich am eisernen Bollwerk verantwortlich ist die defensive Flügelzange Trimmel/Lenz.

Der österreichische Kapitän konnte seinen Stammplatz behalten, empfahl sich sogar durch starke Leistungen für die ÖFB-Elf und feierte nach neunjähriger Pause sein Nationalmannschafts-Comeback.

Christopher Lenz, in der Jugend des Stadtrivalen Hertha BSC ausgebildet, spielte im Aufstiegsjahr meist nur die zweite Geige und reihte sich hinter dem erfahrenen Ken Reichel ein.

Neue Saison, neue Machtverhältnisse - mit Beginn der ersten Bundesliga-Spielzeit der Vereinsgeschichte etablierte sich Lenz auf der linken Abwehrseite, unter anderem aufgrund seines Offensivdrangs. Für Reichel reichte es zuletzt nicht mal für den Kader. Gegen Hertha BSC musste der gebürtige Berliner auf der Tribüne Platz nehmen.

Momentan scheint Trainer Fischer den Konkurrenzkampf im eisernen XXL-Kader optimal steuern zu können, große Misstöne sind noch nicht zu hören.

Mit Florian Hübner, nach Knieprellung wieder seit wenigen Wochen im Mannschaftstraining, Nicolai Rapp, gab sein Saison-Debüt im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg, der derzeit verletzte Michael Parensen feierte seine Bundesliga-Premiere gegen SC Freiburg und Julian Ryerson, spielte eine Minute im Berliner Derby. Es stehen also noch einige Anwärter auf Einsatzzeiten in der eisernen Pipeline.

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