Polter-Party in Köpenick: 1. FC Union gewinnt Berliner Derby gegen Hertha BSC!

Berlin - Eiserne Party in Berlin! Der 1. FC Union Berlin gewinnt mit 1:0 (0:0) gegen Hertha BSC und entscheidet den ersten Teil der Stadtmeisterschaft für sich.

Die Hertha konnte in Halbzeit eins nicht überzeugen und war den Eisernen unterlegen.
Die Hertha konnte in Halbzeit eins nicht überzeugen und war den Eisernen unterlegen.  © dpa/Andreas Gora

Die 22.012 Zuschauer im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei sahen ein kampfbetontes Spiel, in dem ein Strafstoß für die Entscheidung sorgte. Sebastian Polter verwandelte den Elfer zum eisernen Erfolg (87. Spielminute).

Nach dem überzeugenden 3:1-Pokalerfolg beim SC Freiburg warf Union-Coach Urs Fischer die Rotationsmaschine an und veränderte seine Truppe auf fünf Positionen.

Für Anthony Ujah, Joshua Mees, Manuel Schmiedebach, Julian Ryerson und Michael Parensen rutschten Marius Bülter, Sebastian Andersson, Christian Gentner, Christopher Trimmel und Neven Subotic in die Startelf.

Hertha-Trainer Ante Covic sah nach dem Heimsieg nach Elfmeterschießen über Dynamo Dresden im DFB-Pokal ebenfalls Handlungsbedarf und wechselte auf sechs Positionen aus.

Thomas Kraft, Karim Rekik, Marvin Plattenhardt, Vladimir Darida, Ondrej Duda und Salomon Kalou rückten auf die Bank und wurden durch Rune Jarstein, Dedryck Boyata, Maximilian Mittelstädt, Vedad Ibisevic, Lukas Klünter und Per Skjelbred ersetzt.

Bevor Schiedsrichter Deniz Aytekin das erste Berliner Bundesliga-Derby anpfiff, sorgten Choreografien beider Fanlager für den ersten großen Gänsehaut-Moment (TAG24 berichtete). Doch um 18.30 Uhr war das Vorspiel endlich vorbei und die Partie begann. Und wie!

Stadtderby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC beginnt mit Lattenkracher!

Herthas Marko Grujic und Unions Robert Andrich im Zweikampf.
Herthas Marko Grujic und Unions Robert Andrich im Zweikampf.  © dpa/Andreas Gora

Nach 148 Sekunden knallte das Spielgerät an den Pfosten des Hertha-Kastens. Ausgerechnet Ex-Herthaner Christopher Lenz hätte sich früh im Spiel zum ersten Derby-Helden küren können, doch sein Kopfball prallte ans Gebälk (3.). Glück für die Gäste!

Union begann besser, Hertha fand nur schwer in die Partie und versuchte in den ersten 30 Minuten in der Defensive nichts anbrennen zu lassen. Offensiv war die Alte Dame gar nicht zu sehen, da das eiserne Pressing schon am Strafraum der Gäste griff.

Erst zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff meldete sich die Covic-Elf im Unioner Strafraum an. Nach feiner Flanke von Klünter köpfte Marko Grujic knapp über die Querlatte (35.). Warum die Gäste so außerordentlich passiv agierten, blieb auch für Covic rätselhaft. Schwere Beine?

Jedenfalls ging es torlos in die Katakomben. Union wirkte frischer und zielstrebiger, bei Hertha fehlte der Derby-Charakter.

Als Schiedsrichter Aytekin wieder anpfiff, brannte es im Stadion lichterloh. Beide Fanlager zündeten jede Menge bengalische Fackeln und Raketen, wobei es der Gästeblock ein wenig übertrieb. Eine Leuchtspurmunition schlug fast auf der eisernen Trainerbank ein. Das Spiel war minutenlang unterbrochen.

Zurück zum Fußball. Anscheinend fand das Verpflegungspersonal der Gäste genau die richtige Mischung für den blau-weißen Pausentee, denn nach Wiederanpfiff kam die Hertha frei auf.

Hitzige Schlussphase An der Alten Försterei: Sebastian Polter wird zum eisernen Derbyheld

Pyro-Wahnsinn An der Alten Försterei! Im Block der Herthaner brannte es lichterloh.
Pyro-Wahnsinn An der Alten Försterei! Im Block der Herthaner brannte es lichterloh.

Trotz spielerischer Vorteile konnte auch Hertha keine wirkliche Großchance kreieren, sodass sich die Kräfteverhältnisse Mitte der zweiten Hälfte relativierten.

Den Mannschaften sah man an, dass jeder Fehler die Partie entscheiden könnte. In Spielminute 82 kam Unions eingewechselter Publikumsliebling Sebastian Polter relativ frei zum Kopfball, der Ball verfehlte das Tor aber um einige Meter (82.).

Als große Teile der Zuschauer schon mit einem torlosen Remis rechneten, entschied Aytekin auf Elfer, für Union! Gentner wurde nach Abschluss von Boyata weggegrätscht, der Ball war schon weg. Aytekin entschied nach Ansicht der Bilder auf Strafstoß. Über seine Entscheidung ließ sich streiten.

Polter nahm sich die Kugel, verwandelte zum 1:0 (87.), entschied das Derby und die Alte Försterei tobte. Hertha konnte den späten Gegentreffer nur schwer verdauen, kreierten keine Torchancen mehr und ging als Verlierer vom Feld.

Am Wochenende des 20. -22. März 2020 werden die Eisernen aus Köpenick gen Charlottenburg reisen, um vor über 74.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion den zweiten Teil der Stadtmeisterschaft auszutragen.

Bevor die Fans dem Rückspiel entgegenfiebern, bleibt jedoch massig Zeit. Am kommenden Wochenende darf Hertha BSC zum Mauerfall-Jubiläum RB Leipzig empfangen (09.11., 15.30 Uhr), für Union steht am gleichen Tag ein Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 an.

Derby-Held: Sebastian Polter schoss Union zum Sieg.
Derby-Held: Sebastian Polter schoss Union zum Sieg.  © DPA

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